Genthin (mey). Seit fast 150 Jahren kümmerten sich Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus der Johanniter in Genthin um die Bürgerinnen und Bürger des Umlandes.

Diese medizinische Ära neigt sich nun dem unmittelbaren Ende entgegen. Eigentlich war geplant, die Schließung noch etwas hinauszuzögern, doch schon seit längerem schreibt das Krankenhaus rote Zahlen und zieht damit sogar das Johanniter Krankenhaus Stendal mit in das finanzielle Loch. Schweren Herzens hatte die Geschäftsführung den über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Mittwoch, 31. Mai 2017, mitgeteilt, dass das Krankenhaus bereits zum Ende des Jahres schließen werde. Grund für die ökonomische Misere sei einfach die geringe Inanspruchnahme. Derzeit wären gerade einmal 14 Betten belegt.
Die Geschäftsführer Dr. Martin Windmann und Franz Caesar sagten aus, sie seien sich darüber im Klaren, welche Werte mit der Schließung des Krankenhauses einhergehen. Dass im kommenden Jahr das 150-jährige Bestehen gefeiert werden sollte, treffe natürlich besonders hart. Ein Teil der Geschichte Genthins gehe hier zuende. Dennoch habe der Orden der Johanniter keine andere Wahl. Eine flächendeckende medizinische Versorgung der Region sei zwar überaus wünschenswert, jedoch ganz und gar nicht lukrativ, beteuerte Windmann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen soweit wie möglich und bei Interesse im Stendaler Krankenhaus eine Anstellung bekommen. Auch darum, dass das Krankenhaus nicht zur Ruine und zu einem Lost Place Genthins wird, solle sich gekümmert werden.