Derben (mey). Natura ist und bleibt ein rege diskutiertes Thema.

Am 9. Januar 2018 stellte Torsten Pietsch, Referent Natura 2000 der Oberen Naturschutzbehörde, die neue Verordnung in der Burger Stadthalle vor. Hierzu waren nicht nur Betroffene aus der Region Burg eingeladen. Vor allem Gäste aus Derben und Umgebung richteten ihre Fragen und Einwände an den Referenten. Wirtschaftliche Risiken, gar die Angst um den eigenen Arbeitsplatz wurden von seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schiffswerft Hermann Barthel GmbH vorgetragen. Aufgrund der geplanten neuen Richtlinien im Rahmen Naturas, so äußerten sich damals die Derbener, würde ihre Werft starke Einschränkungen, vor allem den Ausbau betreffend, hinnehmen müssen. Landtagsmitglied Detlef Radke hat sich der Natura-Diskussion angenommen. Erst im Februar hatte er sich mit Tucheimern zusammengefunden, um von dort befürchteten Konsequenzen zu erfahren und Argumente aufzunehmen, die er vor dem Landtag Sachsen-Anhalts zur Debatte um Natura vortragen könne. Am Mittwoch, 14. März 2018 reiste er nun nach Derben, um mit Hermann Barthel, Geschäftsführer der Werft, ins Gespräch zu kommen und auch seine Erklärungen und Bedenken aufzunehmen. „Was die nächsten fünf Jahre betrifft, machen wir uns keine Sorgen“, so Barthel, „aber was kommt danach?“ Etwa 50 Arbeitsplätze hängen an der Derbener Werft, damit gehört diese zu den größten Arbeitsgebern der Region. Die meisten Arbeitskräfte stammen direkt aus Derben oder der näheren Umgebung, haben dort ihr Handwerk erlernt. „Unsere Kapazitäten, unsere baulichen Gegebenheiten sind für die Gegenwart durchaus ausreichend, um am Wettbewerb teilzunehmen und den Wünschen der Käufer nachzukommen. Aber wir müssen zukunftsorientiert wirtschaften! Natura hat im Moment vielleicht keine großen Auswirkungen auf uns, aber was passiert, wenn wir uns baulich weiterentwickeln müssen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können?“
Was es bedeuten würde, könne die Werft nicht auch in Zukunft stets auf dem neusten Stand gehalten werden, konnte sich Detlef Radke ausmalen. „Ich werde die Debatte im Landtag am Laufen halten“, verspricht der Landtagsabgeordnete. „Vom Schreibtisch aus Stur zu planen, bringt dem ländlichen Raum in der Praxis nichts.“