Genthin (eb/püt). Teile des Gebäude-Ensembles des Genthiner Krankenhauses stehen seit 17. Juli 2018 unter Denkmalschutz. Der Abriss dieser altehrwürdigen Gebäude ist somit gestoppt.

Nichts bewegt momentan mehr die Gemüter der Einwohnerinnen und Einwohner des Altkreises Genthin, als die Schließung und nun der geplante Abriss des Johanniter-Krankenhauses in der Kanalstadt. Konnte auch die Schließung nicht verhindert werden, so wurden jedoch zumindest die stadtprägenden historischen Gebäude im letzten Moment durch den Denkmalschutz gerettet. Der fordere Altbau mit seinen Erweiterungen von 1908 und 1926, das Pförtnerhaus und die ehemalige Wäscherei werden stehen bleiben. Auch Bürgermeister Matthias Günther bewegt das tragische Ende des Genthiner Krankenhauses sehr.
Wie unzählige Bürgerinnen und Bürger des Altkreises Genthin ist auch der Altenplathower hier zur Welt gekommen. In diesen markanten Genthiner Gebäuden beginnen die Lebensgeschichten vieler. Und mit dem Abriss würde auch die Stadt Genthin ein Stück Identität und Geschichte verlieren. Mitte Juni 2018 stellten Anwohnerinnen und Anwohner fest, dass die Krankenhausgebäude für den Abriss vorbereitet werden. Die Johanniter waren kurzfristig zu keiner Stellungnahme bereit. Genthins Bürgermeister Matthias Günther fragte bei der Landeskonservatorin Dr. Ulrike Wendland, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle an. Am 16. Juli 2018 dann kam die Fachfrau zur Prüfung der Gebäude nach Genthin. Im Beisein von Wiebke Engel von der unteren Denkmalschutzbehörde, der Genthiner Museumsleiterin Antonia Beran, einem Vertreter der Johanniter und Genthins Bürgermeister Matthias Günther besichtigte Dr. Ulrike Wendland die historischen Gebäude. Diese wurden noch am gleichen Tag in die Denkmalliste des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen und die untere Denkmalschutzbehörde sowie Johanniter darüber in Kenntnis gesetzt. Die Kreisverwaltung informierte auf Nachfrage, dass der Landkreis selbst keinen Antrag auf Unterschutzstellung gestellt hat. Lediglich Anträge besorgter Bürgerinnen und Bürger wurden bei der unteren Denkmalschutz eingereicht. Für alle Maßnahmen, die die historische Bausubstanz der nun geretteten Krankenhaus-Gebäude zerstören könnten, ist vom Eigentümer künftig eine Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises einzuholen. Für die Johanniter heißt es nun umdenken, war doch die gesamte Beräumung des Geländes geplant. Hier sollte ein Seniorenzentrum entstehen.