Gommern/Burg (mey). Warme Sonnenstrahlen und der Duft der aus dem Winterschlaf erwachten Pflanzenwelt – nicht umsonst nennen viele Menschen als Antwort auf die Frage nach ihrer Lieblingszeit den Namen des Wonnemonats Mai. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass sich vor 65 Jahren gleich drei Paare in der Region des heutigen Jerichower Landes am 23. Mai das Jawort gaben.
 
Hannelore und Herbert Thiem aus Burg haben sich am 23. Mai 1953 getraut und einander das Jawort gegeben. Am vergangenen Mittwoch begingen sie ihr eisernes Ehejubiläum und bekamen hohen Besuch. Bürgermeister Jörg Rehbaum und der frischgebackene Vize-Landrat, Thomas Barz ließen es sich nicht nehmen, den Jubilaren persönlich zu gratulieren und gemeinsam mit ihnen über die Parallelen vergangener und heutiger Zeiten zu erzählen.
Landrat Dr. Steffen Burchhardt selbst besuchte gemeinsam mit dem Gommeraner Bürgermeister, Jens Hünerbein, am selben Tag vier weitere Jubilare, denn neben dem Ehepaar Thiem feierten auch Harry und Marie Müller sowie Horst und Marie-Luise Müller aus Gommern 65 gemeinsame Ehejahre. Es war ganz schön was los, damals am 23. Mai 1953.
Horst Müller erinnert sich noch, wie er seine Marie-Luise kennenlernte, quasi beim Sonntagsnachmittagstee. Sie, die im landwirtschaftlichen Betrieb der Schwiegereltern ihrer Schwester tüchtig Arbeitende und er, der sportliche Fremde aus dem neuen Schülerheim. „In einem so guten landwirtschaftlichen Betrieb gab es halt besseres Essen als im Schülerheim. Also blieb ich bei ihr“, scherzt der heute fast 85jährige. Gutes Essen allein ist jedoch nicht der Schlüssel für ein erfolgreiches Eheleben, weiß er sehr wohl. Eine Frau mit viel Durchhaltevermögen und Toleranz, so sagt er, habe ihn dazu gebracht, nie von der Seite seiner Marie-Luise zu weichen, in Gesundheit wie auch in Krankheit.
Zum dritten Jubelpaar des Tages war es nicht weit, Harry und Marie Müller leben in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Namensvettern. Viele Reisen, ein reges Familienleben und anstrengende Arbeitsjahre haben die Ehe von Harry und Marie Müller maßgeblich mitbestimmt. Humor und Optimismus scheinen hier die Zaubermittel gewesen zu sein, die dazu führten, dass das Paar 65 Jahre ohne große Dramen überstand. „Es ist normal, dass es auch mal… Meinungsverschiedenheiten gibt“, umschreibt Harry blumig, „aber dann rauft man sich auch wieder zusammen.“ Das Zusammenraufen war sicher besonders wichtig, denn, wie sich Marie erinnert, die Arbeit hat einen Großteil der Lebenszeit eingenommen. Umso wichtiger war es, die gemeinsame Zeit miteinander beziehungsweise mit der Familie zu nutzen und zu genießen. Mit dem Schalk im Nacken weiß Harry Müller diese auch abwechslungsreich zu gestalten. „Blödsinn macht er heute noch gerne“, bestätigt auch die gemeinsame Tochter Steffi Nichtewitz. „Aber ohne wäre es auch bei Weitem nicht so schön gewesen.“