Jerichow (eb/püt). Im Rahmen des diesjährigen Reformationsjubiläums berichtet Prof. Dr. Scholz in einem Vortrag „Von ehrlosen Haufen und gelehrten Männern - Gemeinden und ihre Pfarrer im Jerichower Land in der Reformationszeit“ am Freitag, 6. Oktober 2017 um 17 Uhr im Malzkellersaal des Klosters Jerichow. Einlass ist ab 16.30 Uhr.

Der Abendvortrag, der einen Blick auf die wechselvollen Ereignisse in unserer Region im 16. Jahrhundert wirft, ist in ein musikalisches Rahmenprogramm eingebettet.
Der Cellist Ludwig Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Er war bereits als Orchestermusiker an der Barcelona Oper, als Solocellist der Göteborger Oper und als Solocellist der Camerata Bern tätig. Er präsentiert an diesem Abend einstimmige Musik von Meistern der Mehrstimmigkeit, wie Bach oder Bassano, und entführt so vor allem in die Zeit des 16. Jahrhunderts.
Die Ereignisse im Umfeld der Reformation hatten auf das Leben in den Klöstern Mitteldeutschlands weitreichenden Einfluss. Das Kloster Jerichow wurde wenige Jahre, nachdem Klagen über ungebührliches Verhalten laut geworden waren, aufgelöst. Kurz zuvor, im Spätsommer 1551, war eine Horde von Söldnern ins Kloster eingefallen und hatte es ausgeplündert. Gleichzeitig begannen adlige Herren des Jerichower Landes, evangelische Pfarrer in ihren Dörfern einzusetzen, während in anderen die bisherigen Geistlichen im Amt blieben. Diese vielgestaltige Übergangsphase, die das kirchliche Leben in den Gemeinden oft sehr beeinträchtige, fand erst mit der landesweiten Kirchenvisitation von 1562/63 ein Ende.