Hier schreibt mey:


Kommunikation will gelernt sein. Schon in der Kita geht es mit den Grundsätzen los: Einander ausreden lassen, nicht beleidigend werden, gut zuhören. In der Schule werden diese Regeln dann hinterfragt, was zum besseren Verständnis der Diskutierenden beitragen soll. Old School wird darauf geachtet, dass Schüler einander respektieren und einen „vernünftigen Umgangston“ an den Tag legen.
Mit den Grundsätzen der Diskussion ist es oftmals leider so wie mit anderem Schulwissen: Sind die Prüfungen vorbei, wird die Reset-Taste gedrückt und die prall gefüllten Regalreihen in den juckenden Hirnwindungen werden entrümpelt und abgestaubt. An sich ist es ja nicht verkehrt, Überholtes zu entsorgen oder „zu löschen“, aber irgendwie hatten diese Grundsätze der Kommunikation ja schon ihre Daseinsberechtigung.
Der durchschnittliche Bürger schafft es kaum mehr, über den eigenen Schatten zu springen und sich der Auseinandersetzung mit seinen Mitmenschen zu stellen. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten gehören einfach zum sozialen Leben. Solange dabei jede Partei sachlich und respektvoll bleibt, bringt jede Diskussion einen Fortschritt – nur leider sehen das heute viele Bürger nicht mehr so. Statt sich einem Vier-Augen-Gespräch zu stellen, wird gleich mal der Anwalt eingeschaltet. Mit vier Paragraphen an jedem Finger wird der das Problem schon lösen. Wobei … gab es überhaupt ein Problem? …