Hier schreibt abel


Anfang der Woche wurden der Menschenrechtler Peter Steudtner und fünf weitere Aktivisten wegen Terrorverdachts in Istanbul in festgenommen. Am Donnerstag erreichte die diplomatische Krise eine neue Eskalationsstufe. Am Mittwoch cancelte Außenminister Sigmar Gabriel seinen Türkei-Urlaub, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Kanzlerkandidat Martin Schulz wurde in die Planungen zum Umgang mit der Türkei einbezogen. Am Donnerstag kündigte Gabriel erste Konsequenzen für das Verhalten der Türkei an. Die Regierung werde deutsche Unternehmensinvestitionen in der Türkei nicht länger befürworten, wenn rechtlich einwandfrei handelnde Unternehmen damit rechnen müssen, als Terrorunterstützer bezeichnet zu werden. Eine Ausweitung der EU-Verhandlungen mit der Türkei über eine Zollunion sei nicht vorstellbar. Eine Verschärfung der Reisehinweise für die Türkei wurde ebenfalls herausgegeben. Reisenden werde empfohlen, sich bei der Botschaft registrieren zu lassen.
Jetzt ist es also soweit, der selbsternannte Kalif vom Bosporus lässt es darauf ankommen und spielt sich weiter als der große  Alleinherrscher auf. Jetzt reagiert die Bundesrepublik. Zwar spät und noch immer nicht aggressiv, doch bestimmt. Ich wage zu behaupten, dass die Forderung des Kanzlerkandidaten Schulz, dem Nato-Partner den Geldhahn abzudrehen, bei einer Umsetzung derselben die größte Wirkung zeigen wird.