Hier schreibt mey
„Früher war alles anders“, denken nicht nur die Ältesten unter den Bürgerinnen und Bürgern des Jerichower Landes. Anlass hierzu bietet vor allem das Unwetter, das am 22. Juni 2017 in großen Teilen des Kreises wütete. Die Zeichen sind so eindeutig und doch stellen sich plötzlich die neuen US-amerikanischen Machthaber quer, den Klimawandel als drängendes, weltumspannendes und überaus ernstes Problem mit menschengemachten Ursachen zu akzeptieren. Vor dem kleinen Jerichower Land oder dem unscheinbaren Bundesland Sachsen-Anhalt machen die katastrophalen Folgen der globalen Erwärmung keinen Halt. Fakt ist, im Durchschnitt verändert sich die Jahresniederschlagsmenge in Sachsen-Anhalt kaum. Fakt ist jedoch auch, dass sich die Niederschläge mittlerweile anders verteilen, als es noch vor Jahren der Fall gewesen ist. Während die Regenmengen im Sommer stark zurückgehen, steigen sie dafür im Winter umso mehr. Auch Temperaturen über 30 Grad im Frühjahr waren zu Zeiten unserer Großväter und Großmütter eine seltene Ausnahme; mittlerweile fragt der oder die Deutsche bei 15 Grad am 1. Mai, wann „endlich der Sommer kommt“. Zu guter Letzt nimmt auch die Unwetteranzahl weiter zu. Trugen Elbhochwasser wie 2013, 2006 und 2002 vor 50 Jahren noch völlig zurecht den Titel „Jahrhunderthochwasser“, regt sich zurzeit das Bedürfnis, die Definition eines „Jahrhunderts“ vielleicht noch einmal zu überdenken.