Hier schreibt abel:


Einen «very big win» sieht Donald Trump. Das macht Sinn, wenn er zuvor mit Verlusten der Republikaner rechnete. Darum werden Sitzgewinne im Senat als historischer Sieg deklariert. Um Verluste abzuwenden, hat der Wahlkämpfer Trump wieder in seine Trickkiste gegriffen und jedes Mittel genutzt. Was im alten Europa als No-Go gilt, wurde zum Stimmenfang benutzt. Ein Untergangs- und Bedrohungsszenario durch einen Treck von ein paar tausend Flüchtlingen, die in mehr als tausend Kilometer Entfernung auf dem beschwerlichen Fußweg nach Norden sind, wurde wortgewaltig inszeniert. Wie so oft hat sich der Donald auf eine gesellschaftliche Gruppe eingeschossen, die als Zielscheibe für Attacken herhalten muss. Bei seinen Anhängern läuft er mit den Parolen offen Türen ein. Doch bei genauer Betrachtung erzeugt die Verunglimpfung von Teilen der Bevölkerung auch eine von Trump nicht bedachte Wirkung. In diesem Repräsentantenhaus werden so viele Frauen sitzen, wie noch nie in der amerikanischen Geschichte. Sie alle wurden durch die trumpschen frauenverachtenden Statements wenn nicht direkt mobilisiert, dann doch im Entschluss bestärkt, sich zur Wahl zu stellen. Nun sitzen unter anderem junge, muslimische Frauen oder Frauen mit hispanischen Wurzeln im Repräsentantenhaus. Es zeigt sich, dass Druck auf Bevölkerungsgruppen Gegendruck erzeugt. Das kann in letzter Konsequenz zur Achillesferse des Präsidenten werden.