Hier schreibt mey
Im Bezug zum Artikel „Kirch-Reh“. Eigentlich sollte es ein ganz normaler Termin für die Redaktion von „Der BurgSpiegel“ werden. Als die Kinder der Einsteinschule jedoch plötzlich Alarm in der Nicolaikirche schlugen, war nicht zu ahnen, dass sich die Redakteurin vor Ort noch mit bürokratischen Irrungen und Wirrungen herumschlagen würde. Ein Rehbock hatte sich verirrt, fand sich mitten in Burg wieder. Weit und breit kein Park, kein Wald, nur dichter Verkehr und viele Kinder. Der naheliegendste Rettungsgedanke – die Polizei, dein Freund und Helfer. Schnell war die Nummer gewählt, der Sachverhalt geschildert. Die Antwort des Beamten war kurz: „Wir sind dafür nicht zuständig. Machen Sie das Tor auf. Es findet schon seinen Weg.“ Sicher, den Weg zur dichtbefahrenen Magdeburger Straße. „Rufen Sie beim Bauhof an. Die werden sich schon kümmern“, sein Rat. Immerhin die Telefonnummer hatte der Beamte weitergeben können, doch auch hier kam nach einer kurzen Schilderung die Antwort: „Wir sind dafür nicht zuständig.“ Nach kurzer Diskussion ein neuer Rat: „Rufen Sie im Ordnungsamt an. Die werden sich schon kümmern.“ Auch diese Nummer war schnell gewählt. Am Mittwochvormittag. Keine Sprechzeit, keine Hilfe. Wie ist es eigentlich möglich, dass man im deutschen Staate für jedes Tun einen Antrag stellen muss, sich aber niemand findet, um ein zwangsurbanisiertes Wildtier einzufangen?!