Hier schreibt abel
22 inhaftierte Deutsche in türkischen Gefängnissen warten auf ihre Verfahren wegen Terrorismus oder Unterstützung desselben, jedoch fehlen ebenfalls in allen Fällen Fakten, die diese Behauptung nach unserer Ansicht stützen würden. Emrah Pehlivan definiert unsere Sicht des Terrorismus auszugsweise so: Er ist die Erzeugung von Schrecken – als ein Mittel des Widerstandes, durch den auf längere Zeit angelegten und zentral gelenkten Zusammenschluss von mehr als zwei Personen – zur Erreichung eines bestimmten (politischen) Zieles, das entweder auf einer sozialrevolutionären, nationalistischen oder religiösen Ideologie – durch Anwendung von Bedrohung durch organisierte, kontinuierliche, unerwartete und kriminelle Gewalt – gegen zivile, militärische oder neutrale Personen und Objekte – mittels konventioneller, biologischer, nuklearer, chemischer oder Cyberwaffen – ohne humanitäre und gesetzliche Beschränkung – auf nationaler oder globaler Ebene. Weil Menschenrechtler und Journalisten ziemlich schwer da anzusiedeln sind, hat Scheich Erdogans AKP einen neuen Terrorismusbegriff erfunden: „Unbewaffneter Terrorismus“ ist dort ein juristischer Begriff. Bedeutet aber nichts weniger als, dass man in der Türkei auch dann wegen Terrorismus verurteilt werden kann, wenn selbst mittelbar mit keinerlei Bezug zu politischer Gewalt angeklagt ist. Und der Bandenchef verhöhnt unsere Regierung quasi als Zugabe. Da sage ich: Die Spannung wächst.