Hier schreibt abel:


Seit einiger Zeit gibt es im Kreismuseum Jerichower Land in der Mützelstraße in Genthin eine hochklassige Fotoausstellung zu sehen. Das Thema ist der Blick auf das Leben in der DDR der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts. Im Gespräch mit einer Mitarbeiterin und der Leiterin des Museums zeigte sich, dass die sehenswerten Exponate ein Schattendasein führen. Es gibt so gut wie keinen Besucher, der das Kreismuseum eigens wegen dieser Ausstellung aufsucht. Besucht wird sie erst nach dem Hinweis an der Museumskasse als Zusatzerlebnis. Die Leiterin des Museums spricht von der durchaus kontroversen Aufnahme der gezeigten Schnappschüsse durch das Publikum. Die Meinungen gehen auseinander, was die Darstellung dieser Zeit angeht. Daran erkennt man, wie sehr das Thema eigentlich jeden einzelnen berührt und niemanden gleichgültig lässt. In meiner Schulzeit in den 1970-ern fragten wir oft unsere Lehrer, warum der Geschichtsunterricht seltsamerweise mit dem Jahr 1932 endet. Damals hatte die BRD die Hitlerzeit knapp 30 Jahre hinter sich und so mancher ältere Mitbürger begann, sich nur noch an die guten Seiten der Vergangenheit erinnern zu wollen. Ich bin heute noch froh über couragierte Lehrer und Zeitzeugen, die der Legende vom schönen Nazistaat den Nährboden entzogen. Darum: Gehen Sie hin! Denken Sie nach, streiten Sie! Lassen Sie sich nicht einlullen und bleiben Sie sachlich. Dann wird das auch was mit der Zukunft.