Hier schreibt abel
In Miami auf der Toilette des Flughafens stehen plötzlich acht Polizisten vor Oliver Schmidt. Sie nehmen ihn fest und führen ihn vor den Augen seiner Frau ab. Die beiden machen einen USA-Urlaub, obwohl Volkswagen seine Manager vor Reisen dorthin gewarnt hatte. Jetzt wurde er verurteilt. Schmidt muss für sieben Jahre hinter Gittern und 400.000 Dollar Strafe zahlen. Das Strafmaß hätte ohne seine Kooperationsbereitschaft auch bei 169 Jahren Knast liegen können. So gesehen hat er noch einen guten Deal gemacht. Vor Gericht erzählt Oliver Schmidt, dass die Monate in Haft die erniedrigendsten seines Lebens gewesen seien. Er kann sich auch nicht vorstellen, weitere Jahre im Gefängnis zu ertragen. 2015 belog er jedoch ganz einfach und lässig die amerikanischen Behörden. Er setzte die Anweisungen der Konzernspitze um, weiter zu täuschen. Er lässt irgendwann sogar Dateien zu löschen und Dokumente verschwinden. Heute ist der Mann von VW enttäuscht, und fühlt sich missbraucht. Wieso eigentlich? Er hätte ja auch nein sagen können. Er wusste genau, dass er Mittäter bei einer Straftat ist. Er dachte wohl, dass seine Gehaltsklasse unangetastet bleibt. Wie sonst ist es zu erklären, dass er den US-Fahndern quasi in die Arme fliegt? Der Fall zeigt ganz einfach, wie überheblich diese Führungsriege tickt – zuguterletzt kommt dann, nur Anweisungen ausgeführt zu haben. Das wäre mit einem Gewissen nicht passiert, Herr Sündenbock.