Hier schreibt mey
Honiglebkuchen, Dominosteine, Stollenkonfekt und Marzipankugeln – schon seit Wochen werden den willensschwachen Konsumenten die weihnachtlichen Köstlichkeiten wieder im vollen Glanze präsentiert. Das Weihnachtsgeschäft mit den süßen Versuchungen boomt. Spätestens im September werden nicht nur die Regale mit den zuckrigen Sünden aufgefüllt, gern werden diese im Laden mitten in den Weg gestellt, sodass sich der Konsument beinahe vor die Wahl gestellt sieht, ob er jetzt einen Bogen einschlagen, oder sich lieber direkt durch den schokoladigen Berg fressen solle. Und gerade in der kalten Jahreszeit ersehnt der Verbraucher das Glücksgefühl, das von Schoko-Nikoläusen und Marzipankartoffeln hervorgerufen wird, umso mehr. Schließlich bereitet sich der Körper auf den „Winterschlaf“ vor. Die wärmenden Sonnenstrahlen fehlen, sportliche Aktivitäten im Freien werden eingestellt und durch die dicken Klamotten wird die Bewegungsfreiheit sowieso gedrosselt. Irgendwie muss ja die fehlende Serotoninproduktion wieder angekurbelt werden, in Schokolade gewälztes Obst vom Weihnachtsmarkt ist da genau das Richtige. Der fade Beigeschmack der größerwerdenden Ziffern auf dem Display der Waage kann auch ruhig bis nach Weihnachten verdrängt werden. Eine Woche später steht schließlich das Neujahr an und „Abnehmen“ ist immerhin einer der beliebtesten Vorsätze, die sich der brave Konsument macht.