Hier schreibt mey


Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, Städte und Kommunen dürfen Fahrverbote für „schmutzige“ Diesel verhängen. Zugegeben, in Genthin, Jerichow, Möckern oder Burg scheint dieses Urteil recht abstrakt, selbst zu den Stoßzeiten ist die Verkehrsdichte im Jerichower Land immer noch überschaubar, aber schon in der nahen Landeshauptstadt sieht das anders aus. Die Magdeburger könnten rein rechtlich den Vorreitern Hamburgs und Stuttgarts folgen, jedoch ist fraglich, inwiefern Dieselfahrverbote überhaupt sinnvoll sind. Kritiker äußern, durch Fahrverbote in einzelnen Straßen oder Straßenabschnitten würde der Verkehr nur verschoben werden. Noch unsicher ist außerdem, wie mit Anliegern und Zulieferern umzugehen ist. Was bringt ein Fahrverbot für Diesel, die unter der Abgasnorm Euro 6 liegen, wenn die Anlieger noch die Euro 3 Schmutzspucker von Anno 1998 fahren? Wie werden gesperrte Straßenabschnitte gekennzeichnet? Wie sollen Verstöße gegen das Fahrverbot geahndet werden? Mit vom Nachdenken rauchenden Kopf schwingt sich Otto-Normalverbraucher auf sein umweltfreundliches E-Bike. Enorm, mittlerweile gibt es sogar elektrisch angetriebene Skateboards. Da dürfte es doch eigentlich kein allzugroßes Problem sein, auch die Autoindustrie zu modernisieren. Aber … wer kauft schon noch die aufwendig entwickelten Euro 6-Diesel, gäbe es bereits erschwingliche, umweltfreundliche Wasserstoffflitzer?