Hier schreibt mey:


„Wer recht hat, bekommt nicht immer Recht“, lautet ein Sprichwort, das wohl in keinem Land der Welt zutreffender zu sein scheint, als in Deutschland. Ein schier unendlicher Rechtsstreit, bei dem nach Monaten Zeugen zum zigsten Mal gefragt werden, ob der vermeindliche Täter die gestohlenen Ware nun in die rechte oder in die linke Hosentasche schob und trug er damals Kontaktlinsen oder wie heute eine Brille? Dass da nicht jede Befragung die gleichen Details hervorbringt, verwundert niemanden, ebenso wenig die Tatsache, dass sich solche Prozesse nun mal über Monate oder gar Jahre hinwegziehen. Die Zielsetzung sollte dabei immer nur die sein, dass allen Tätern eine gerechte Strafe aufgebrummt wird. Im NSU-Prozess war das freilich schwierig, vom Haupttätertrio war schließlich nur noch eine übrig, da die Kumpanen freiwillig den Weg vor den höchsten aller Richter antraten. Beate Zschäpe, besagte Dritte im Bunde, wurde nach einem über Jahre geführten Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Zu glimpflich kamen die Mittäter davon, so sind sich Bundesanwaltschaft und die Hinterbliebenen der Mordopfer einig. Applaudierende Neonazis im Gerichtssaal während der Urteilsverkündung wirken wie Spucke im Gesicht der Kläger.
„Der Islam muss raus!“, fordern viele Bürger, und dabei vergessen sie, dass Verbrecher zu sein nicht an eine Nationalität gebunden ist, ebenso wenig wie es die gerechte Strafe sein sollte.