Hier schreibt abel


Das war er nun, der Bürgerentscheid. Die Burger Wählerinnen und Wähler haben abgestimmt. Hauptsächlich jedoch mit den Füßen statt mit einem Stimmzettel und einem Stift, gingen sie doch an den Wahllokalen vorbei und demonstrierten mit einer Mehrheit von 76 Prozent ihr Desinteresse an der Frage, ob es in Burg eine Straße oder einen Platz geben soll, der nach dem einstigen „Kanzler der Einheit“ benannt wird. Dieses schiere Desinteresse zeigt uns wieder einmal, wie sehr auch Kommunalpolitik am eigentlichen Sinn des politischen Wirkens vorbeischrammen kann. Der Sinn bestünde eigentlich darin, zum Wohl der Kommune, zu deren Vertretung man antritt, zu wirken, zu arbeiten und zu entscheiden. Die Frage die hier aufgeworfen wurde, die mit Vehemenz von Befürwortern und Gegnern diskutiert und über die in den „sozialen“ Medien in der dort üblichen Art und Weise gestritten wurde, ging klar an den eigentlichen Problemen dieser Gemeinde vorbei. Jetzt wird es spannend. Denn wenn Politik auch nur einen Funken Verstand anwendet, muss an dieser Stelle ganz einfach innegehalten werden, die Frage von der Tagesordnung gestrichen und sich den wirklichen Aufgaben gestellt werden. Wenn diese Aufgaben dann bewältigt wurden, die Landschaften blühen, und sich viele im Glanz des Erfolges sonnen wollen, dann, aber erst dann kann sich der Stadtrat wieder um eine Würdigung Kohls kümmern, weil es dann auch passt.