Hier schreibt mey:


Es ist logisch; wer nur selten vor die Tür geht, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und Meinungen und Erfahrungen anderer anzuhören, hat oftmals eine eingeschränkte Sicht auf die Probleme, die die Welt oder zumindest einen Teil davon bewegen. Mit Scheuklappen durch das Land zu spazieren und nicht nach rechts und links zu blicken, weil sich da ja etwas Unbequemes zeigen könnte, sorgt bei dem einen oder anderen vielleicht für ein unkomplizierteres Leben, aber es ist auch Ursache dafür, dass der eigene Horizont eben eingeschränkt bleibt. Für den kleinen Bürger, der brav die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten einhält und ohne großen Schaden anzurichten so sein Dasein fristet, gilt freilich: Er schadet niemandem, also soll er oder sie halt leben, wie er oder sie es für richtig hält. Ganz anders verhält es sich, wenn diese Person eigentlich Verantwortung für andere übernehmen sollte oder übernommen hat, beispielsweise eine politische Führungsposition besetzt. Besagte Scheuklappen sollten dann unbedingt abgelegt werden. Wer sich stattdessen von seiner eigenen Unwissenheit leiten lässt und im Rahmen seines eingeschränkten Horizonts – bedingt durch einen fehlenden Meinungsaustausch – einen Rundumschlag gegen ganze Berufsgruppen ausführt, der ist wohl oder übel selbst schuld, wenn er nicht mehr von lächelnden Mitmenschen begrüßt und unterstützt wird.