Hier schreibt mey
„Uns hilft kein Gott, unsere Welt zu erhalten“, lautet eine Liedzeile, die im Jerichower Land so gut wie jeder kennt. Neu erfunden sind diese Worte nicht, sie wurden schon weit vor meiner Geburt gesungen und sind heute doch nicht minder brisant als in den 1980er Jahren. Viele Bürgerinnen und Bürger des Jerichower Landes blenden gern aus, wie die Schönheit unserer ländlichen Region zugemüllt wird. Vor einigen Tagen flatterte in die Redaktion ein Leserbrief über einen Fernseher, der schon seit über einem Monat nahe Pietzpuhl am Wegrand liegt und dort auf einen findigen Bastler oder wenigstens auf einen tüchtigen Müllmann wartet. Ob aus dem Autofenster geworfene Mces-Tüten, Müllsäcke voller Farbeimer oder in Big-Bags verpackter Baustellenschutt - wer suchet, der findet. Mitten in unserer Natur, auf die die Jerichower Länder doch so stolz sind. Gewiss, die dicken Kreuzfahrtschiffe und Großkonzerne sorgen für weit mehr als nur im Wald zurückgelassene Getränkebecher. Einen Schritt in die richtige Richtung kann aber jeder einzelne tun. Jutebeutel statt Plastiktüten und der Kaffee im wiederverwendbaren Thermobecher sind ein guter Anfang. Wer seinen Kindern vorlebt, seinen Dreck direkt zu entsorgen, trägt nachhaltig zum Schutz unserer schönen Natur bei. Und wer weiß, vielleicht werden diese Kinder irgendwann im Bundestag sitzen und die passenden Sanktionen für die wirklich dicken Dreckschleudern durchprügeln.