Hier schreibt abel:

Was war denn das nun wieder? Am Mittwoch war die lange erwartete Kanzlerinnenwahl im Bundestag. Angela Merkel erhielt umgehend danach ihre vierte Ernennungsurkunde aus der Hand des Bundespräsidenten. Die Stimmenmehrheit war nicht wirklich üppig, nur neun Stimmen über der Kanzlermehrheit von 355 Stimmen, was am Ergebnis jedoch nichts änderte. An dieser Stelle wären die Nachrichten auch schon zu Ende, wenn es nicht diese Neulinge im Bundestag gäbe, die selbstbewusst und schmerzbefreit geradezu nach dem nächsten Fettnapf für ein ausgiebiges Bad suchen. Am Mittwoch hatten die selbsternannten Hüter des Grundgesetzes gleich zwei dieser Auftritte, die nicht wirklich von Vorbildcharakter waren. Erst wollten Gauland und Weidel der Kanzlerin nicht zur Wahl gratulieren, sie blieben bockig sitzen, bis Wolfgang Kubicki zu ihnen trat und die Leviten las, bis sich die Herrschaften doch erbarmten und ihren Händedruck mit versteinerter Miene ausführten. Den Vogel schoss aber ein in Tschechien geborener Petr ab, der seinen Wahlzettel gesetzeswidrig fotografierte und in Twitter veröffentlichte. Ausgerechnet ein Vertreter der Partei, die den Migranten immer nahe legt, dass man sich in Deutschland gefälligst an Recht und Gesetz zu halten habe. Unter allen Umständen. Wenn es jemand schon nicht schafft, sich an das gültige Wahlrecht zu halten, wie der Betreffende mit anderen Regeln umgehen?