Hier schreibt mey

Hartnäckige Gerüchte ranken sich um die „neue DSGVO“, die am 25. Mai 2018 EU-weit in Kraft trat. Ja, ihr Umfang kann einem schon auf den Magen schlagen; nicht weniger als 99 Artikel beschreiben die neue Verordnug und Schlagworte wie „Haftung“ oder „Geldbußen bis zu 20 Millionen Euro“ tun ihr Übriges. Wie gut, dass es da clevere Blogger gibt, die sich mit der Gesetzgebung bestens auskennen und die die einzelnen Artikel in ihre Einzelteile zerlegen und „die Essenz der Verordnung“ mundgerecht und direkt mit eigener Skandalmeinung geschmückt online stellen. Wer die DSGVO jedoch gewissenhaft mit anderen Paragraphensammlungen (beispielsweise dem BDSG), die schon vor 2018 bestanden, vergleicht, wird fesstellen, dass sich eigentlich gar nicht so viel verändert hat. Geschützt werden sollen in erster Linie die Verbraucher. Ganz neu ist, dass Verbraucher, die beispielsweise ihren Handyanbieter wechseln wollen, das Recht dazu haben, ihre Daten (wie Handynummer) zum neuen Anbieter mitzunehmen. Die Einwilligung zur Datenverarbeitung („AGBs“) dürfen nur noch freiwillig erfolgen. Besonders das Recht auf Datenlöschung soll Verbraucher zukünftig schützen. Insgesamt richtet sich die DSGVO in erster Linie an Unternehmen, und weniger an Bürger, die LaGa-Fotos auf Facebook hochladen. „Sanktionen“ sind immer noch am Schaden zu messen. Bedenkt man dies, wurde wohl mal wieder heißer gekocht als gegessen.