Hier schreibt abel:


Jetzt geht’s los, denkt die breite Öffentlichkeit in Deutschland seit Mitte dieser Woche. Ort des Geschehens ist Reutlingen, eine Stadt mit hunderttausend Einwohnern in Baden-Württemberg. Hier hat sich die Volksbank  ein Herz gefasst und so genannte Strafzinsen eingeführt. Der geneigte Leser wird sich sagen: „Na und? Das machen andere auch“. Stimmt einerseits, doch andererseits ist an der Ansage aus dem Ländle etwas bemerkenswertes: Die Strafzinsen sollen für alle Guthaben auf privaten Girokonten gelten, sowie für Tagesgelder ab 10.000 Euro. Doch kaum war der neue Preisaushang veröffentlicht, ließ das Institut auf Nachfrage der Medien beschwichtigende Worte verlauten: „Die Änderung im Preisaushang unsere Privatkonten und das Tagesgeldkonto betreffend sind rein prophylaktischer Natur. Sie schaffen lediglich die formalen, rechtlichen Voraussetzung zum Beispiel für den Fall, dass ein Neukunde eine Million Euro bei uns anlegen will“. Dies soll wohl im Klartext heißen, dass die Strafzinsen erst einmal nicht erhoben werden, aber eben jederzeit erhoben werden könnten. Es steht zu vermuten, dass kleine Sparer und Anleger abgeschreckt werden sollen. Ein halbes Prozent soll das Verwahren von Geld bei den Reutlingern laut Aushang kosten. Soweit ich weiß, darf dieser aber nicht irreführend sein. Wenn die Aussage für die Presse stimmt, müsste der Aushang von der Bankenaufsicht kassiert werden, wenn nicht, dann  geht’s jetzt los.