Hier schreibt mey:


Wer sich die Zeit nimmt, durch das Jerichower Land zu schlendern und dabei die Augen nicht auf das Handy sondern auf die Umgebung richtet, der wird sehen, dass es eigentlich ganz schön ist in den kleinen Gemeinden unserer Region. Architektonisch haben nicht nur die vielen Kirchen, das Kloster oder die Türme Burgs ihren Charme. Hier ein verspielter Stuck an einem alten Wohnhaus, dort die zarte Büste einer Magd. Vor allem in den kleinen Gassen abseits der Hauptstraßen versteckt sich so mancher Schatz. Dass Gäste der Landesgartenschau tatsächlich bei ihrem Streifzug durch Burg mal sagen würden, es wäre doch eine so schöne kleine Stadt, ließ manch Einheimischen zunächst stutzen, aber Recht haben sie, die Touristen, die sich das Jerichower Land als Ausflugsziel setzen und sich die Zeit dafür nehmen, sich neugierig umzusehen. Freilich, im Alltag geht es zumeist stressig zu. Da vergisst man schnell, was wirklich zählen sollte. Da reicht es aus, wenn ein ungeduldiger Kunde keine Zeit für ein „Danke“ oder der Chef keinen freien Nerv für ein „Schönes Wochenende!“ hat. Genervt nach Feierabend noch schnell einen Döner geholt – schlecht gelaunt. Was kann man schließlich für das Leid der anderen? Wahrlich nichts. Aber vielleicht lässt sich ja etwas dagegen tun. Erstmal stehen bleiben, durchatmen und sich umsehen. Ist doch eigentlich ganz schön hier. So ein Lächeln auf den eigenen Lippen steckt an. Vielleicht auch den Chef.