Hier schreibt mey
Wo hört Tierliebe auf und wo fängt Irrsinn an? Der Grad zwischen Liebe und Wahnsinn ist schmal. Und eine Frage der Perspektive. So bezeichneten Richard Remde und Laura Jacques ihr Handeln im vergangenen Jahr ganz und gar nicht als Wahnsinn. Das Paar aus West Yorkshire hatte Anfang des vergangenen Jahres noch vier Hunde und viele Kleintiere. Der fünfte Hund, ein Boxer namens Dylan, war Ende 2015 gestorben. Laura fiel nach dem Verlust ihres ersten Hundes in ein solches Tief, dass sie und ihr Mann entschieden, einen, zugegeben, ungewöhnlichen Weg einzuschlagen. Mehr als 90.000 Euro investierte das Paar, um den verstorbenen Dylan in Südkorea klonen zu lassen. Die Welpen Chance und Shadow verblieben noch bis Juli 2016 in Quarantäne, bevor sie nach Großbritannien einreisen durften. Lauras Angaben zufolge ist ihr bewusst, dass die jungen Hunde ihren eigenen Charakter haben werden und Dylan nur genetisch gleichen. Dennoch sei sie einfach glücklich, einen Teil von ihm an ihrer Seite zu wissen. Das Geld für die Kosten des Klonens und für die Reisen nach Südkorea, auf denen Richard und Laura die Klone besuchten, hatte das Paar eigentlich gespart, um die Hypothek ihres Hauses abzubezahlen. Ist das noch Tierliebe oder schon Wahnsinn? Meinungen und ethische Fragen gibt es viele. Ist es nicht die Endlichkeit eines Lebens, die das Leben so kostbar macht? Und welches Recht hat der Mensch, daran zu drehen?