Hier schreibt mey
Ein Foto fliegt durch die Portale und regt selbst die Politikscheusten dazu an, einen Blick auf diese Momentaufnahme zu werfen. Eine Erinnerung an Kindheitstage: Mit verschränkten Armen und trotziger Miene dasitzend, während mir meine Mutter ins Gewissen redet. Freilich fehlt einer Fotografie die Tonspur. So können Abgelichtete leicht die Bildunterschrift anfechten und behaupten, das Bild würde nur miteinander ungezwungen Plaudernde zeigen, doch wer einmal lügt …
Ein Tweet nach Donald Trumps Abschied von Kim Jong Un: „Präsident Obama sagte, Nordkorea wäre unser größtes und gefährlichstes Problem. Nun nicht mehr – schlaft gut heute Nacht!“ Ja, sich mit Nordkorea zu arrangieren mag tatsächlich ein hartes Stück Arbeit gewesen sein. Aber ob die Welt auch in den folgenden Nächten ruhig schlafen werden kann, wage ich doch anzuzweifeln. Wie viel auf eine Unterschrift des US-Präsidenten auf einem offiziellen Dokument zu geben ist, zeigte dieser schließlich gleich, nachdem er seinen politischen Mitstreitern des G7-Gipfels den Rücken zugewandt hatte und die Reise zum nächsten hohen Machthaber antrat. Flexibel soll der Mensch ja sein, nie stehen bleiben im Leben und sich stets weiterentwickeln! „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, sagte auch schon Konrad Adenauer. Nur fehlt dem US-Präsidenten noch die zusätzliche Prise: „nichts hindert mich, weiser zu werden.“