Hier schreibt mey
Neue Welten verlangen neue Regeln – so sollte es zumindest sein. Doch der Weg zu neuen (Verhaltens-)Regeln ist oft nicht leicht zu finden. Das Internet bietet vollkommen neue Möglichkeiten zur Kommunikation. Ohne mit „angesprochenen“ Personen Blickkontakt halten zu müssen, ist es machbar, sich alles mögliche von der Seele zu tippen. Wie schnell rutscht einem da ein falsches Wort, eine klare aber vielleicht unglücklich formulierte Anschuldigung oder eine Bemerkung über die Finger, die in direkter Kommunikation ohne das Medium Internet eher als Beleidigung, denn als Kritik verstehen werden würde? Der gute Ton auf Facebook und Co.? Der scheint seltener als ein Eisbär in der Wüste. Und obendrein auch noch bedrohter. Selbst feinfühlig und sachlich formulierte Gegenargumentationen werden am liebsten sofort mit der Berufung auf Meinungsfreiheit abgetan. Wenn der „kritisierte“ Gegenspieler es auch danach noch wagt, Widerspruch einzulegen, kann man ihn ja immer noch beim Support melden. Wegen was auch immer. Irgendwas wird er schon ausgefressen haben. Blocken, melden, sperren lassen, scheint die neue Vorgehensweise derer zu sein, die in Seitenbetreibern persönliche oder gewerbliche, unerwünschte Konkurrenten sehen. In den meisten Fällen hat der gemeldete nicht einmal die Möglichkeit, sich dem Support gegenüber zu rechtfertigen. Aber wer will ihm schon Paroli bieten, dem Kindergartenniveau?