Hier schreibt mey
Am Tag der Toleranz im Burger Roland-Gymnasium fiel nicht zuerst auf, wie viele Mitmenschen fremder Kulturen dem Programm in der Schule folgten, sondern wie wenige deutsche Bürgerinnen und Bürger erschienen waren. Nun kann man freilich behaupten, es läge an mangelnder Werbung im Vorhinein, doch gerade in den sozialen Netzwerken wurden viele Menschen erreicht, wovon nur wenige erschienen. Lothar Schirmer beendete die Podiumsdiskussion in der Aula mit der Aussage, wer dort vor ihm (im Publikum) säße, habe bereits verstanden, was Toleranz bedeute. Ist ein Großteil der Bürgerschaft im Jerichower Land also gar nicht der Toleranz fremder Kulturen gegenüber verschlossen, sondern blieben viele Bürgerinnen und Bürger einfach fern, weil sie sich im Vorfeld bereits ausgiebig mit dem Thema auseinandergesetzt hatten?
Oder lag es einfach am Regen? Wer diesem trotzte und seinen Weg in die Schule fand, begegnete zweifelsohne offenen Menschen, die nicht nur die eigene Kultur präsentieren, sondern auch andere verstehen wollten. Auch die deutsche Kultur. Einfach ist es freilich nicht, die eigene Heimat, Familie und Freunde zurückzulassen, nicht wissend, ob man sie je wiedersehen wird, um in einem fremden Land Zuflucht zu suchen. Ist es da nicht das Mindeste, dass wir uns ihnen gegenüber offen, duldsam, tolerant zeigen? Unsere auf Vorurteilen und Gerüchten basierenden Ängste ablegen?