Burg (mey). Gemeinsam zu dienen schafft Freundschaften fürs Leben. Von 1967 bis 1968 haben Rudi Urban, Frieder Eckert (beide aus Oelsnitz) und Helmut Kalkofen aus Möckern in der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR in Burg gedient. Nach 50 Jahren machten sie sich auf den Weg, ihren alten Stützpunkt erneut zu besuchen.

Hauptmann Romeo Stellmacher hatte sich Zeit genommen, die Herrschaften über das Gelände zu führen und dabei hervorzuheben, was sich in den vergangenen 50 Jahren alles verändert hat.

Wiedersehen nach 50 Jahren
Viele Kilometer hatten Rudi Urban und Frieder Eckert aus Oelsnitz im Vogtland hinter sich gelassen, um ihren ehemaligen Kameraden Helmut Kalkofen zu besuchen. Über das Internet hatte der Möckeraner seine Freunde vor zwei Jahren wiedergefunden. Schnell war klar, dass ein Besuch nicht mehr lange aufgeschoben werden sollte. Im Juni 2017 kamen die Sachsen dann endlich in die Region, in der sie einst gedient hatten. Das Angebot der Clausewitz-Kasernen, an einer privaten kleinen Führung teilzunehmen, wurde gern angenommen.

Auf den ersten Blick
Vieles hat sich im Laufe der Jahrzehnte, immerhin eines halben Jahrhunderts, verändert, das erkannten die ehemaligen Soldaten sofort. „Zurecht finden würden wir uns heute hier wohl nicht mehr“, schmunzelte Helmut Kalkofen Hauptmann Stellmacher gegenüber. In der Tat unterliegen die Clausewitz-Kasernen seit der Errichtung in den 1930-er Jahren einem steten Wandel. Einige der Gebäude, die Rudi Urban, Frieder Eckert und Helmut Kalkofen einst so gut kannten, wurden abgerissen, umgebaut oder bekamen einen vollkommen anderen Zweck. So mancher Komplex entstand auch völlig neu und veränderte damit das Gesamtbild des Geländes mit, wie die heute pensionierten Herren feststellen mussten. Besonders auffällig waren die Ortsschilder, die vor den Unterkünften der Soldatinnen und Soldaten zu finden waren. Hauptmann Stellmacher erklärte, umliegende Ortschaften wie Möckern und Reesen wären Paten der Einheiten. Bei Auslandseinsätzen reisten die Schilder oftmals mit.

Im Wandel der Zeit
Bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee in der Gaststätte auf dem Kasernengelände wurde sich von der Wanderung durch Revier und Geschichte erholt und über Vergangenes und Neues erzählt. Hauptmann Stellmacher erklärte, was sich getan hatte. Als die ehemaligen Soldaten 1967 und 1968 in Burg stationiert waren, lautete der Name des Stützpunktes noch schlicht „Waldfrieden Kaserne“, erst 1993 wurde sie nach dem berühmten Millitärreformer und General Carl von Clausewitz umbenannt. Bis 1991 unterlagen die Kasernen sowjetischer Führung, nach der Deutsch-deutschen Wende erfolgte die Übernahme der NVA-Liegenschaft in das Ressortvermögen des BMVg.