Burg (mey). Was hat ein Nussknacker mit dem Osterfest zu tun? Inwiefern erinnern schalldichte Ohrenschützer an einen fast vergessenen Feiertag? In einer Galerie, die vom 9. bis 13. April 2018 im Foyer der Kreisvolkshochschule ausgestellt wurde, wurden diese und weitere Fragen beantwortet.

„Um andere Kulturen zu verstehen, müssen wir zunächst unsere eigene Kultur, unsere eigenen Traditionen verstehen“, mit diesen Worten begrüßte Pastor Gerd Sobbe aus Magdeburg die Gäste zur Vernissage im Haus für Musik und Bildung am Montag, 9. April 2018. Präsentiert wurde eine Reihe von Bildern, die den Betrachter dazu aufforderten, „um die Ecke zu denken“. Die Ausstellung „Goldene Zeiten“ der „Aktion: In jedes Haus“ ist deutschlandweit bekannt und wurde von den Burgern Anela und Samuel Lütke Lanfer in die Kreisstadt des Jerichower Landes geholt. Ganz alltägliche Gegenstände wie Dosenöffner oder Nadel und Faden bringen dem Betrachter die Bedeutung christlicher Feiertage näher. Unserer Geschichte setzen wir Denkmäler“, erklärte Pastor Sobbe, „wir stellen sie an bedeutenden Plätzen auf und wollen, dass sich künftige Generationen an Vergangenes erinnern. Doch irgendwann laufen wir nur noch an ihnen vorbei und wissen gar nicht mehr, was sie bedeuten. Ganz ähnlich ist es mit unseren Feiertagen. Sie sind temporäre Denkmäler – sie sollen die Zeiten überdauern und an Jesus Christus erinnern. Aber auch ihre Bedeutung geriet immer mehr in Vergessenheit.“
Warum in unserer Kultur welches Fest wie gefeiert wird, daran erinnert die Ausstellung auf charmante Weise. Der Betrachter wird nicht direkt auf ein Ereignis hingewiesen, sondern dazu animiert, zu hinterfragen. Kleine Mitmachaktionen sorgen für eine bessere Einprägung. So vergessen jene Besucher, die sich mit schalldichten Ohrenschützern zurücklehnten, vermutlich nicht mehr so schnell, dass der siebte Tag der Woche, der Sonntag, eigentlich ein Feiertag ist, der 52 mal im Jahr zum Durchatmen einladen soll.