Jerichower Land (eb/mey). Es ist heiß. Im Internet kursieren bereits erste Fotos von Kohlestücken in der Sonne mit der Aufschrift: „Sommer 2018 – ich war dabei“. Verlockende Badeseen versprechen eine willkommene Abkühlung. Vorsicht ist jedoch auch hier geboten. Das Gesundheitsamt des Jerichower Landes informiert.

Die Anreicherung von Pflanzennährstoffen im Wasser, vor allem phosphor- und stickstoffhaltiger Verbindungen, kann zu Massenentwicklungen von Blaualgen (Cyanobakterien) vor allem in stehenden Gewässern führen. Verschiedene Blaualgenarten vermögen unter bestimmten Bedingungen Giftstoffe (Toxine) zu bilden, welche auch für den Menschen sowie für warmblütige Tiere, wie beispielsweise für Hunde, gefährlich sein können. Vor allem in den Sommermonaten sind Massenentwicklungen von Blaualgen und dadurch bedingte Verringerungen der Sichttiefe des Wassers möglich. Manche Blaualgen sammeln sich bevorzugt an der Wasseroberfläche und werden durch den Wind in Ufernähe getrieben, wodurch teppichartige Beläge an der Wasseroberfläche gebildet werden können (zu erkennen an einer intensiven, nahezu leuchtenden Grünfärbung).
Die von den Blaualgen gebildeten Giftstoffe können bei Badegästen durch Verschlucken des Wassers sowie durch Hautkontakt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber und einigen Hautreizungen führen. Je mehr Wasser verschluckt wird, auch an aufeinander folgenden Tagen und je länger ein Hautkontakt mit dem Wasser besteht, umso eher besteht die Möglichkeit einer gesundheitlichen Gefährdung durch Giftstoffe. Vor allem sind Kleinkinder und Kinder gefährdet, wenn sie in Ufernähe spielen, in der die Konzentration von Giftstoffen besonders groß sein kann.
Sofern Badende nach dem Spaß im kühlen Nass Symptome der geschilderten Art bemerken, wird dringend angeraten, einen Arzt aufzusuchen. Außerdem wird darum gebeten, das zuständige Gesundheitsamt über die gemachten Beobachtungen zu informieren, damit betroffene Gewässer untersucht und andere Badegäste vor den Giftstoffen gewarnt werden können.