Burg (eb). Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ und im Jahr 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen diesen Tag zum internationalen Holocaustgedenktag. „Der Runde Tisch gegen Rechts – Für Toleranz und Menschlichkeit“ möchte daher über wichtige Veranstaltungen in unserer Stadt informieren.

Um 11 Uhr lädt Joachim Gremmes, Pfarrer im Ruhestand, zu einem Rundgang durch die Stadt ein, der an allen bisher verlegten Stolpersteinen vorbeiführt. Diese werden in Burg seit März 2013 in die Gehwege eingelassen. Es ist ein Kunstprojekt das sich über ganz Europa zieht und vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurde. Es hält die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtungen der Juden, der Sinti und Roma, der politischen Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig. Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1.265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, heißt es im Talmud, einem bedeutenden Schriftwerk des Judentums. Mit dem Gedenkweg entlang der in Burg verlegten Steine wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Treffpunkt ist die Brüderstraße 8, gegenüber Feuerwehr und Gymnasium. An den einzelnen Stolpersteinen wird der in der Shoah ermordeten Juden gedacht werden. Weitere Etappen werden der Burger Marktplatz, Breiter Weg, Bergstraße, die Brückenstraße, Franzosenstraße, Gartenstraße sein. Die letzte Station findet sich dann in der Bahnhofstraße wieder. Die Dauer des Weges beträgt dabei etwa 60 Minuten.
Um 14 Uhr wird es in der Kirche St. Petri in der Franzosenstraße einen gemeinsamen Gottesdienst der Evangelischen Stadtgemeinde und der Reformierten Petrigemeinde geben. Die Gemeinden sind dankbar darüber, dass sie sich an diesem Tage in Freiheit zum gemeinschaftlichen Gedenken versammeln können. Im Anschluss wird auch Zeit sein, um bei einer Tasse Kaffee oder Tee beieinander zu sein und ins Gespräch zu kommen. Und um 18 Uhr spielt der WEITBLICK e.V. im BurgTheater in der Magdeburger Straße den Film „Schindlers Liste. Das oscarprämierte Werk von Steven Spielberg zeigt einen Ausschnitt des Lebens von Oskar Schindler, einem Unternehmer und Besitzers einer Emaillefabrik im von den Nazis  besetzten Krakau. Für diese bedarf es immer neuer Arbeiter. Ohne Wissen seines Chefs versucht sein Buchhalter Itzhak Stern, möglichst viele davon mit Juden zu besetzen. Als Schindler jedoch Zeuge wird, wie 1943 die Krakauer Ghettos geräumt werden, um die überlebenden Juden in das Arbeitslager Krakau-Plaszów zu deportieren, nimmt er erstmals bewusst die Grausamkeit des Systems wahr und beschließt, so viele Juden wie möglich vor diesem Schicksal zu retten. Die Karten kosten 7,50 Euro und können an der Kinokasse erworben werden. „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Es kann geschehen, überall“, schreibt der Auschwitz-Überlebende Primo Levi. Und genau darum, weil es „geschehen ist“ und weil „es wieder geschehen kann“, „überall“, darum wollen die Mitglieder von „Der Runde Tisch gegen Rechts – Für Toleranz und Menschlichkeit“ dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz mit verschiedenen Veranstaltungen gedenken. „Wir möchten der Opfer gedenken und mahnen, dass nie mehr sein darf, was doch geschehen ist“, so Dominik Patté.