Tucheim/Paplitz (püt). Am 26. August 2018 wurde der langersehnte kombinierte Rad- und Wirtschaftsweg zwischen Paplitz und Tucheim offiziell mit einer Sternfahrt eingeweiht.

Rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner von Paplitz und Tucheim machten sich am Sonntagvormittag per Fahrrad auf zu einer Sternfahrt der Agrargenossenschaften Paplitz und Tucheim, um den Rad- und Wirtschaftsweg offiziell in Beschlag zu nehmen. Auf halber Strecke wartete ein kleiner Umtrunk samt Imbiss auf die Pedalritter. Insgesamt ist ein 5.656 Meter asphaltierter und eingefasster Weg, der teilweise parallel zur einstigen Bahnstrecke Güsen-Ziesar verläuft, entstanden. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro. Zu 70 Prozent finanziert der Bund den Bau. Durch das Bodenordnungsverfahren Tucheim und Paplitz werden die restlichen 30 Prozent getragen. Hieran beteiligen sich finanziell die Europäische Union mit 90 Prozent und die Stadt Genthin (Investitionsbudgets von Tucheim und Paplitz) mit zehn Prozent Förderung. Von der Idee bis zur Fertigstellung vergingen fünf Jahre. „Mit dem Weg ist ein Brückenschlag zwischen den bereits bestehenden Radwegen im Landkreis sowie im Land Brandenburg gelungen. Ich bedanke mich ausdrücklich beim Ministerium für Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, der Landesstraßenbaubehörde, dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sowie bei den Vorständen der Bodenordnungsverfahren Tucheim und Paplitz“, sagte Thomas Barz, Beigeordneter des Landkreises Jerichower Land, während der feierlichen Einweihung. Möglich wurde der Radweg erst durch das Bodenordnungsverfahren der Agrargenossenschaft Paplitz eG und der Agrargenossenschaft eG Tucheim. Hierdurch wurde die Fläche für den Weg geschaffen. Da den beteiligten Landwirten neue Flächen zugeteilt wurden, sind ihnen keine Einbußen entstanden. Das Verfahren lag in den Händen des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark. In Eigenregie führen Tucheim und Paplitz seit geraumer Zeit Bodenordnungsverfahren durch. Inhalt dieses Verfahrens ist es, Eigentumsverhältnisse zu klären, Felder neu zu ordnen sowie Brücken und Wege zu sanieren oder zu bauen. Im Bodenordnungsverfahren Tucheim wurden und werden 37 Kilometer Wege saniert und neu gebaut. Mit Sachkompetenz und Genauigkeit wird Hand in Hand gearbeitet. Durch die Realisierung des kombinierten Wirtschafts- und Radweges wurde nun ein Mehrwert für die Region geschaffen. In Tucheim gestartet, ist fortan eine Radtour auf asphaltierten Radwegen und ländlichen Wegen über Paplitz nach Schopsdorf, Magdeburgerforth und Ziesar, ins brandenburgische Belzig oder über Königsrode nach Kade zum Elbe-Havel-Kanal möglich. Der neu geschaffene Radweg zwischen Paplitz und Tucheim ist zudem eine wichtige Verbindung zum Havel-Radweg, dem Altmark-Rundkurs oder dem Radweg zwischen Genthin und Jerichow.