Burg (eb). Über Tretminen in den Straßen und Gassen ärgern sich nicht nur einzelne Spaziergänger, sondern auch solche, die selbst einen Vierbeiner ausführen. Neben mehr Achtsamkeit von den Hundebesitzern in Burg und Umgebung, fordert eine Leserin auch die Stadt dazu auf, sich mit dem Problem der Hundehaufen auf Straßen und Wegen auseinanderzusetzen und zu handeln.

„Dass Bewegung gesund ist und diese auch erhält, ist in aller Munde. Nicht nur Ärzte und Therapeuten empfehlen den täglichen Spaziergang, sondern auch alle Medien und Meinungsmacher. Und weil sie nun wirklich gut tut, haben mein Mann und ich uns vor einigen Jahren eine Hündin aus dem Tierheim zugelegt, mit der wir nun eifrig, Tag für Tag, unsere Runden durch Burg und das Umland drehen. Wären da nicht nur diese übelriechenden Haufen, die unsere geliebten Vierbeiner tagtäglich mit mehr oder weniger großem Aufwand aus sich herauspressen. Zu meinem täglichen Spaziergang gehört mittlerweile der Hundehaufen-Slalom – eine eher unbeliebte sportliche Ertüchtigung. Und jetzt mal ehrlich! Wer mag schon in eine weiche, nicht gerade nach Veilchen duftende Bombe aus Exkrementen treten und diese dann im Auto oder dem frischgeputzten Hausboden verteilen – ich auf jeden Fall nicht!
Und meine Mitbürger sicher auch nicht! Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele böse Blicke ich bekomme, wenn meine Hündin anfängt, sich für den bevorstehenden „Abwurf“ bereitzumachen. Und wenn man dann nach Beendigung bei ihr ein „erleichtertes Lächeln“ erblicken kann, kommt oft von der Seite ein eher barsches „Machen Sie das ja weg“ oder „Scheiß Köter! Die sollte man alle vergiften“. Da ist dann leider die verzückte Stimmung dahin. Bei mir von den Eindrücken der Natur und auch bei meiner Hündin fehlt das entspannte Lächeln der Erleichterung. Dabei wird bei uns immer alles durch kleine rote Tütchen entsorgt!
Auf dem Rückweg nach Hause gehen wir mit gesenktem Kopf durch die Straßen. Meiner voller Gedanken und der meiner Hündin voller neuer Gerüche. Sie hat die bösen Worte schon wieder vergessen – mir geistern sie unentwegt durch den Kopf. Die Aggression, die vergiftete Stimmung der Menschen, die mir entgegenkommt, ist beängstigend. Da will jemand meinen Hund vergiften – was geht bloß in den Köpfen der Menschen vor?
Aber was kann man tun? Ich ärgere mich ja auch über herumliegende Flaschen in Grünanlagen oder über Leute, die mit regelmäßiger Unachtsamkeit ihren Müll auf den Straßen verlieren. Jedoch schmiede ich nicht gleich Mordpläne.
Gott sei Dank begegnen mir auch Menschen, die sich über das freundliche Wesen meiner Hündin sehr freuen, sie streicheln und ihr „heimlich“ ein Stück Wurst zustecken. Auch sie ärgern sich über die ständigen Tretminen auf Gehwegen und Grünstreifen. Von diesen unterschiedlichen Polen bewegt, fange ich an nachzusinnen, was zu tun ist. Und wie bei allen Dingen, ist es oft das Einfache, worin sich die Lösung verbirgt.

Liebe Hundebesitzer,
wir lieben diese kaltschnäuzigen, sabbernden, Schuhe zerkauenden Fellbüschel so sehr, dass wir sie manchmal menschlicher behandeln, als es vielleicht gut für sie wäre. Und viele bezeichnen sie sogar als ihre Babys. Aber noch nie bin ich über einen Haufen von Babywindeln gefallen! Sie etwa?
Es ist ein Leichtes, einige Tüten in der Tasche zu haben. Leckerli für Wuffi sind ja auch drin. Und das Bücken zum Hundehaufen dehnt auch wieder alle wichtigen Muskeln – gut für den Rücken und man erspart sich die Jogastunden. Auch hier macht der Hund gesund!
Jetzt kommen einige und werden sagen, dass es in der Stadt und der Umgebung viel zu wenig Abwurfmöglichkeiten gibt. Und Recht haben sie!!!  Vielleicht könnten Hundebesitzer, die Nörgler und die Stadträte einen Konsens treffen. Wir, die unsere sportlichen Tätigkeiten gern mit Hund begehen, dehnen uns brav nach den Hinterlassenschaften unserer Vierbeiner. Die Stadt stellt mehr Abwurfmöglichkeiten bereit und leert diese auch regelmäßig. Wenn nicht, dann könnte sich die Stadt ja nach der Landesgartenschau gleich für die nächsten Olympischen Spiele bewerben. Mit dem Hundehaufen-Slalom gäbe es ja schon einen neue olympische Disziplin. Und die ewigen Nörgler? Wenn sie sich nicht vom Charme unserer Hunde überzeugen lassen, dann sollten sie sich vielleicht selber einen zulegen.

Kerstin Skambraks
Burg

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