Möser (eb/reh). Der folgende Leserbrief bezieht sich auf den Artikel einer lokalen Tageszeitung vom 13. Juli 2017, „Sollen die Gartenfeuer wieder lodern?“

Das Thema „Gartenfeuer“ zeigt eindrucksvoll, wie man die Volksseele anheizen kann. Aber welchen Sinn macht das? Wovon sollen die Menschen abgelenkt werden? Oder ist es eine Frage der „Einschaltquote“? Es gab hierbei in den letzten Tagen sehr viel zu lesen, worüber sich die Bürger im Landkreis Jerichower Land so ärgern.
Aber jede Medaille hat nun mal zwei Seiten. Was der eine als hilfreich ansieht, ist für den anderen eine Belästigung. Ich meine das Verbrennen. Und jeder hält sich natürlich an die Vorschriften – versteht sich von selbst! Aber gerade da liegt die Krux begraben. Wer hält sich denn wirklich an die Vorschriften? Es sind die Allerwenigsten! Schon alleine die einzuhaltenden Abstände haben viele Gartenbesitzer gar nicht. Und streng genommen könnten sich die Kommunen hierbei mit Bußgeldern „dumm und dämlich verdienen“. Das würde vielen aber auch nicht gefallen. Das ganze Thema „Verbrennen …“ wird durch ein Bundesgesetz geregelt. Der Kreistag kann Ausnahmen zulassen. Das sind aber wirklich nur Nebensächlichkeiten. Nicht Landrat Finzelberg ist der Buhmann, nein, das haben die Damen und Herren (MdBs) im deutschen Bundestag beschlossen, die machen nun mal die Bundesgesetze. Lothar Finzelberg hat etwas Gutes für die Umwelt getan. Selbst wenn man ihn nicht leiden kann, sollte diese Leistung jedoch Anerkennung finden, denn er hat auch Lösungen für die Probleme der Gartenbesitzer angeboten, was andere leider nicht machen. Zwar hat Lothar Finzelberg die Lösung der Problemfragen nicht bis zur letzten Konsequenz umgesetzt, aber es war ein positiver Ansatz. Grünschnitt ist nämlich kein Abfall, sondern ein interessanter Rohstoff für die Gewinnung von Öl, Gas und Wärme bei der Stromerzeugung. Hätte Herr Finzelberg diesen Lösungsansatz konsequent bis zu Ende umsetzen können, dann hätten die Gartenbesitzer für ihren Grünschnitt nämlich noch finanziell entlohnt werden können. Stattdessen werden die Befürworter und Gegner hier gegeneinander aufgebracht. Aber so ist Politik in Deutschland nun einmal.
Vor über 20 Jahren wurden viele Müllheizkraftwerke gebaut, die den Müll verbrennen, statt ihn sinnvoll als Rohstoff zu nutzen. Dafür sind auch wieder Bundesgesetze verantwortlich und Menschen (MdBs) im Deutschen Bundestag, die das mal so beschließen, ohne sich Gedanken zu machen, wie die vielen kleinen Fragen und Probleme der Menschen wirklich sinnvoll gelöst oder geregelt werden können. Das hilft in erster Linie den Lobbyisten, die vor Lachen nicht in den Schlaf kommen, weil die Bürger gegeneinander aufgebracht werden. Es gibt für die Verwertung von Grünschnitt nun inzwischen mehr als nur eine Lösung, die sehr wirtschaftlich betrieben werden könnten. Kleine Anlagen machen Strom und Wärme aus dem kompletten Hausmüll inklusive Grünschnitt von Gemeinden mit etwa 8.000 Einwohnern. Die Politik in Deutschland muss es nur wollen.

Gerhard Ritz
Möser

 

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