Burg (mey). Die Diskussion um die Benennung des Platzes vor dem Landratsamt ist zumindest in Burg in aller Munde.

Auch im Internet wird eifrig diskutiert: Soll der Platz vor dem Landratsamt nach dem Altkanzler Dr. Helmut Kohl benannt werden oder nicht? Gibt es nicht andere Menschen, solche aus Burg, die eher verdient hätten, dass ein Platz in der Kreisstadt nach ihnen benannt wird? Ist es überhaupt gerechtfertigt, darum ein Bürgerbegehren auszurufen?
Die Seite www.unser-burg.de wurde ins Leben gerufen, um über die Argumentation der Widersacher aufzuklären. In erster Linie ginge es nicht darum, dass man es dem Altbundeskanzler nicht gönne, dass nach ihm ein Platz benannt werde. Vielmehr würden sich viele Bürgerinnen und Bürger Burgs übergangen fühlen. Bereits im Jahr 2011 war vom Kultur- und Sozialausschuss des Stadtrates eine Liste zusammengestellt worden, auf der Namen von Persönlichkeiten stehen, die es verdient hätten, als Namensgeber für öffentliche Plätze, Straßen oder Ähnliches in Burg geehrt zu werden. An dieser Liste vorbei habe die CDU eine Wahl getroffen und diese (vorerst) durchsetzen können. Außerdem sei die Entscheidung ohne Mitspracherecht der Bürger und ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, Widerspruch einzulegen,    getroffen worden. Fragwürdig ist für die Widersacher, weshalb ausgerechnet Dr. Helmut Kohl und keiner seiner Vorgänger oder Nachfolger die Ehre bekommen sollte, als Namensgeber herzuhalten; auch anderen Politikern sei Großes gelungen und keiner von ihnen würde in direktem Bezug zur Stadt Burg stehen. Der Verdienst Dr. Helmut Kohls werde durchaus anerkannt, jedoch sei die deutsche Wiedervereinigung vor allem durch Bürgerinnen und Bürger der DDR vorangetragen worden. Ihnen gebühre dementsprechend mindestens ebensoviel Ehre.
Insgesamt wird angezweifelt, weshalb der Platz vor dem Landratsamt überhaupt einer Benennung bedarf. Auf der Webside heißt es: „Blumenbeete, Rabatten, Parkplätze ohne Postadresse sind eher nicht geeignete Stellen, um Personen mit Platzbezeichnungen zu ehren. Ein Platz sollte  eine erhaben wirkende Fläche einnehmen. Alles andere ist provinzielle, krampfhaft wirkende Albernheit.“
Bis zum 10. November liegen in verschiedenen Unternehmen und bei bestimmten Dienstleistern Listen aus, in denen Unterschriften gegen die Benennung nach Dr. Kohl gesammelt werden. Einige engagierte Verfechter wie Roland Stauf und Kerstin Auerbach erklärten sich außerdem dazu bereit, Bürgerinnen und Bürger direkt auf der Straße wie beispielsweise vor dem Marktskauf anzusprechen und über ihre Sicht zu informieren. Am Dienstag, 10. Oktober 2017 waren sie mit einem kleinen Stand auf dem Magdalenenplatz präsent. Mit den dabei gewonnenen Unterschriften kam die Initiative insgesamt auf etwa 1.300 Stimmen. Um die Benennung gänzlich zu blockieren, werden bis zum November 2.000 gültige Stimmen gebraucht.