Magdeburg/Burg (eb). Nach glanzvollen Siegen im letzten Jahr versuchten die Handballer der SG Fortschritt Burg am Samstag, 20. Januar 2018 ihre Erfolgsserie fortzusetzen. Jedoch scheiterten sie am Magdeburger Gastgeber und fuhren so ihre erste Niederlage der Saison ein. Ein Spielbericht von René Teßmann.

Im elften Spiel der Saison war es soweit, die Männer von Trainer Hendrik Kurth mussten die erste Niederlage einstecken. Ausgerechnet im Spitzenspiel kassierten die Burger bereits in der ersten Halbzeit zwei Rote Karten, ebenfalls Premiere in dieser Saison. Allem Unmut entgegen kämpften die verbleibenden Spieler bis zum Schluss, konnten die 33:28 (18:13)-Niederlage vor 122 Zuschauern jedoch nicht verhindern. Nichtsdestotrotz bleibt Fortschritt weiterhin Tabellenführer mit 20:2 Punkten vor dem FSV 1895 Magdeburg (20:4) und dem SV Oebisfelde 1895 2 (19:5).
Durch die gesamte Partie zog sich ein roter Faden im Spielablauf. FSV erhöhte auf vier bis fünf Tore und Fortschritt verkürzte auf ein bis zwei Tore. Die ersten fünf Minuten bestimmten die Hausherren. Fortschritt war noch nicht richtig im Spitzenspiel angekommen, sodass FSV auf 4:1 erhöhte. Danach verkürzte die SG auf 4:3, ehe nach zehn Minuten Magdeburg das erste Mal mit fünf Toren in Führung gehen konnte (8:3). Aber auch in dieser Phase zeigten die Gäste Moral und sorgten innerhalb von drei Minuten für den 8:7-Anschluss.
Ab Mitte der zweiten Halbzeit nahmen die teils überfordert wirkenden Schiedsrichter viel Einfluss auf die Partie. Nach dem 9:7 durfte sich Kapitän Mathias Lange das erste Mal zwei Minuten auf die Bank setzen, ehe nur zwanzig Sekunden später Steffen Scholz die Rote Karte sah und vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Die doppelte Unterzahl überstanden die Kurth-Mannen durch genug Spielwitz mit 1:1.
Bis zum 14:12 (24. Minute) konnte sich kein Team erneut deutlich absetzen, was zum Teil auch ungewöhnlichen Pfiffen auf beiden Seiten geschuldet war. Zum Ende der zweiten Halbzeit hatte FSV dann den längeren Atem und erhöhte auf 17:12. Nach einem sicher verwandelten Strafwurf von Marco Weigel zum 17:13, kassierte Lange im Gegenangriff die dritte Zeitstrafe und wurde ebenfalls vorzeitig zum Duschen geschickt. Der fällige Siebenmeter stellte den 18:13-Halbzeitstand her.
„Wir erhielten vier Zeitstrafen und zwei Rote Karten allein in der ersten Halbzeit, danach nicht eine“, kritisierte Kurth die grundverschiedenen Halbzeiten der beiden Borner Schiedsrichter.
Doch Fortschritt kämpfte und zeigte ein ums andere Mal viel Kämpferherz. Der Rückstand blieb jedoch noch bis zum 16:21 konstant. Mit dem 19:21 durch Timo Bleeck, der an diesem Tag wiederholt eine gute Leistung brachte, witterten die Gäste noch einmal eine Chance die Partie zu drehen. Jetzt leisteten sich die Burger jedoch zu viele Fehler, seien es unnötige Würfe, Fehlabspiele oder einfache technische Fehler. Dies nutzten die Magdeburger mit schnellen Toren und erhöhten in der 49. Minute fast vorentscheidend auf 27:21. Mit dem Gefühl des sicheren Sieges zeigte der FSV nicht mehr die nötige Konzentration, was die Gäste mit vier Toren in Folge bestraften. Somit war die Partie beim 27:25 acht Minuten vor dem Ende erneut offen. Doch spätestens nach dem 30:26 (56. Minute) war das Spitzenspiel entschieden. Zwar war Fortschritt noch um Ergebniskosmetik bemüht, konnte aber auch den direkten Vergleich nicht für sich entscheiden. Somit siegte der Zweite über den Ersten 33:28 und hält die Liga in einem Dreikampf mit Fortschritt, FSV und Oebisfelde weiter spannend.
„In entscheidenden Phasen haben wir mehr Fehler gemacht als die Magdeburger. Die zwei Roten Karten aus der ersten Halbzeit taten weh, doch die Jungs haben gekämpft und hatten es am Ende selber in der Hand, die Partie zu drehen“, zeigte sich Kurth zwar enttäuscht von der Niederlage, zieht jedoch positive Schlüsse für die kommenden Spiele. „Jetzt wollen wir Wiedergutmachung und Frustbewältigung gegen Neuferchau betreiben“, blickte Kurth auf die bevorstehende Partie am Samstag, 27. Januar 2018 um 16 Uhr, in der Sporthalle „Am Platz des Friedens“, gegen die SG Neuferchau/Kunrau voraus und forderte eine Reaktion seiner Mannschaft.