Leipzig (mey). Sie bietet Platz, sie ist hell und sie ist das viel durchlaufene Zentrum der LBM. Kein Wunder, dass es die Cosplayer (Cosplay setzt sich aus den Worten Costume für Kostüm und Play für Spiel zusammen) vor allem wieder in die große Haupthalle zog.

Schon zum fünften Mal war die Manga Comic Convention (MCC) wieder Teil der Leipziger Buchmesse. Eine der großen Messehallen hatte sich ganz der fernöstlichen Kultur verschrieben. Mangas pflasterten für viele Szeneanhänger den Weg ins Reich der Bücher, aber auch andere kulturelle Abzweige Ostasiens wurden auf der MCC thematisiert. Auf den Bühnen dieser Messehalle fanden allerhand Gesprächsrunden, Signierstunden und kulturelle Aufführungen wie ein Schwerttanz statt. Künstler der Szene stellten sich an zahlreichen Ständen vor, im Maid-Café und Teegarten konnte gerastet werden und zum Mitmachen wurden die Besucher des Bogenschießstandes animiert. Was auf einer richtigen Convention nicht fehlen darf, ist der Cosplaywettbewerb, der für viele Mitglieder der Szene den Wochenendhöhepunkt markiert. Die meisten Cosplayer auf der Leipziger Buchmesse nahmen jedoch nicht an diesem Wettstreit der Hobbykünstler teil, sie posierten gern in der lichtgefluteten Haupthalle, wo in jedem Jahr Fotografen auf Cosplay-Fotojagd gehen oder gar ihre mobilen Studios einrichten. Zwischen den bunten Kostümen fielen Zivilisten fast mehr auf, als aufwendig gestaltete Rüstungen. „Ich finde das einfach toll“, sagte eine Besucherin, die kaffeeschlürfend mit ihrer Tochter durch die volle Halle flanierte. „Natürlich sind wir wegen der Bücher auf der LBM, aber am schönsten anzusehen, am aufregendsten sind doch diese ganzen Kostüme. Cosplay ist das Aushängeschild der Leipziger Buchmesse. Und der Kleinen gefällt es auch.“ „Obwohl manche Kostüme schon ein bisschen gruselig sind“, fügte das Mädchen hinzu.
Tatsächlich sind Romanhelden wie Harry Potter und Catnis Everdeen nicht die Figuren, die am auffälligsten sind. Auch Horrorfiguren wie Steven Kings Es werden mittlerweile gern als Vorbild genommen. „Das ist teilweise schon sehr grenzwertig“, äußerte sich ein Besucher an einem Kaffeestand. „Als das alles noch einen anderen Maßstab hatte, war es unterhaltsam, aber mittlerweile kommt man sich als normaler Messebesucher schon fast wie eine Minderheit vor, zwischen den ganzen Gestalten.“
Eine andere Besucherin verlangte ihrer Handykamera einiges ab. „Das ist doch fantastisch!“, lächelte sie ihrem zuletzt abgelichteten Fotomodell zu. „Was diese überwiegend noch so jungen Menschen an Kreativität zeigen, ist bewundernswert. So viel Zeit und Liebe stecken sie in ihre Kostüme. Und uns unterhalten sie damit bestens.“ Diese Meinung vertritt auch Elenor Avelle. Zum ersten Mal war sie selbst als Ausstellerin und Autorin auf der Buchmesse. Am Stand ihres Autorinnennetzwerkes „Nornennetz“ hielt sie nach den Kostümierten Ausschau. „Es ist schön, mit anderen Autoren und Lesern ins Gespräch zu kommen, aber trotzdem freue ich mich, wenn sich Cosplayer auch hier und da in den anderen Hallen zeigen. Das lockert die Buchmesse auf. Kunstfiguren zwischen den Krawatten und den Anzügen der Verleger hat doch was. Dabei ist es auch echt schön, das Gefühl zu haben, wirklichen Romanfiguren zu begegnen.“