Robert Abel, Assistent der Geschäftsleitung und Kommentator unserer Anzeigenzeitung, grüßt die Leserinnen und Leser zum Jahreswechsel.

Liebe Leserinnen und Leser, das Jahr 2017 neigt sich dem Ende und es ist wieder einmal Zeit, ein Resümee über das vergangene Jahr zu ziehen. Die Ereignisse im Jerichower Land haben wir Woche für Woche mit unserem Blatt begleitet. Die Beiträge zur Lokalpolitik, zu kulturellen Anlässen, über das vielfältige Vereinsleben und zu Meldungen der Behörden und Ämter waren wie in den vorangegangenen Jahren eine feste Größe in der Medienlandschaft des Landkreises. Eine regelmäßig wiederkehrende Rubrik auf unserer Titelseite ist das sogenannte „Am Rande“, ein Kommentar nicht nur zu lokalen Themen. An dieser Stelle nutzen „Der BurgSpiegel“ und „Der Genthiner“ die Gelegenheit, den Blickwinkel auf aktuelle Ereignisse zu fokussieren und mit einer Meinungsäußerung zur Bewertung beizutragen. Dass dies häufig gelingt, zeigen die vielen Reaktionen, ob schriftlich oder telefonisch, immer wieder aufs Neue. Unsere Leserinnen und Leser konsumieren diesen Text nicht nur, sie nehmen ihn als Anstoß zu Gesprächen und zum weiteren Nachdenken. Diese wöchentliche feste Größe ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Diese Selbstverständlichkeit darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser „Am Rande“ bei weitem nicht in allen Zeitungen dieser Welt möglich wäre. Im Jahr 2017 haben erneut die Tendenzen auch in angeblich demokratisch geführten Ländern zugenommen, die freie Meinungsäußerung in den Medien massiv zu beschneiden, unter Druck zu setzen oder gar die Autoren einzusperren. Zeitungen und Medien werden bei Kritik an den Mächtigen von diesen gerne als Terroristen oder zumindest als Handlanger von Terroristen bezeichnet. In Wirklichkeit ist der Terror hier wohl die elementare Angst aller Tyrannen vor der Macht der Nachrichten, ob geschrieben, gesprochen oder abgebildet. Sie alle führen Feldzüge gegen ihre medialen Kritiker. Dass 2017 auch ein amerikanischer Präsident in diese Galerie der Feinde seriöser Berichterstattung eingereiht werden muss, ist mehr als bemerkenswert. Ich sehe diese Entwicklung mit größem Unbehagen. Unsere aktuelle Lage in Deutschland, zum ersten Mal in der Geschichte der BRD Monate nach der Wahl faktisch ohne Regierung dazustehen, ist meines Erachtens auch der Tatsache geschuldet, dass mehr Menschen als noch vor einigen Jahren jeden noch so unhaltbaren „Schmarrn“ aus den Hinterzimmern des Internets glauben und Neuigkeiten aus dem RTL Frühstücksfernsehen zur Basis ihrer Meinungsbildung machen. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die sogenannte Medienkompetenz, die Fähigkeit Medien nicht nur zu konsumieren, sondern auch deren Qualität einzuschätzen und damit eine Einordnung zu ermöglichen, wichtiger ist als je zuvor. Ohne sie werden auch für die demokratischen Systeme dieser Welt schwere Zeiten anbrechen. Es wird auch im Jahr 2018 von größter Wichtigkeit sein, sich eine Meinung zu bilden, das Für und Wider einer Sache abzuwägen und sich nicht vor den Karren der Hetzer und Anbieter einfacher Lösungen spannen zu lassen. Dafür werden auch wir jedes Wochenende weiter arbeiten. Wir freuen uns auf Ihr Feedback, bitte bleiben Sie uns gewogen. Bei allem Ernst der Lage, möchte ich es natürlich nicht versäumen, Ihnen persönlich einen fröhlichen Jahreswechsel zu wünschen. Feiern Sie schön und starten Sie entspannt in ein hoffentlich großartiges Jahr 2018.

Herzlichst, ihr Robert Abel