Jerichower Land (eb/mey). Das Naturschutzprogramm Natura 2000 rief in den vergangenen Monaten viele Proteste im gesamten Landkreis hervor. Dabei geht es den Bürgern nicht darum, die Natur nicht schützen zu wollen. Umstrittene Richtlinien rufen bei Landwirten, Anglern, Schiffswerften und andere Bürgern und Unternehmen Bedenken hervor.

In der letzten Sitzung des Landtagsausschusses für Umwelt und Energie am Mittwoch, 19. September 2018, wurde der aktuelle Entwurf der Natura 2000-Landesverordnung intensiv erörtert. Dazu erklärten der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Detlef Radke, und der Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bernhard Daldrup im Anschluss: „Während der heutigen Diskussion zur Natura 2000-Landesverordnung hat die CDU-Fraktion der Landesregierung konstruktive Vorschläge unterbreitet, um die steife Verordnung flexibler zu gestalten und deren Akzeptanz zu erhöhen.
Der zeitweilige Ausschluss der Menschen aus sensiblen Bereichen, wie beispielsweise bestimmter Uferbereiche der Elbe, ist einer der Hauptstreitpunkte. Eine flexiblere Regelung, die eine jährliche Überprüfung des Grades des Schutzstatus vorsieht, könnte dabei Abhilfe schaffen. Hierfür müssen regionale und örtliche Verbände in die jährlichen Bewertungsrunden einbezogen werden. Nur diese können sich in kürzester Zeit eine Übersicht über die sensiblen Bereiche machen und im jährlichen Vergleich bewerten.
Weiter müssen Eigentümer von Flächen, die im Natura 2000-Gebiet liegen, Natura 2000-Ausgleichszahlungen erhalten. Eine Berufung auf die im Grundgesetz verankerte Beschränkung von Eigentum ist nicht zielführend, um das Verständnis der Betroffenen für Natura 2000 zu wecken.“