Burg (mey). Eine Region, die aus der Quelle erneuerbarer Energien mehr produziert als verbraucht, ist in den Zeiten der Energiewende und in Anbetracht des Klimawandels ein deutschlandweit erträumtes Sinnbild des Fortschritts, das im Jerichower Land bereits zur Realität wurde.

Im Goethepark präsentiert sich das Jerichower Land. Auf einem eigenen Areal stellt der Kreis die Region vor, gibt Informationen über Radwege und Naturschönheiten zwischen Elbe und Fläming und bietet Vereinen und Gemeinden eine Fläche, auf der sich diese temporär selbst vorstellen können. „Für eine Gemeinde oder einen kleinen Verein wäre es nicht möglich, die volle Dauer der Landesgartenschau über, 170 Tage lang einen Stand zu betreuen, an dem er sich präsentiert“, begründete Dr. Steffen Burchhardt diese Partnerschaft mit der LaGa. Mit seiner Präsenz will der Landkreis touristisch für die Region einstehen. Doch neben diesem Aspekt wird hier außerdem eine zweite wichtige, vor allem wirtschaftliche Säule des Jerichower Landes aufgegriffen. „Wir erzeugen im Jerichower Land mehr Energie, als wir verbrauchen“, sagte der Landrat zur Vorstellung des Pavillons. „Besucher aus unserem Landkreis und von weiterher werden hier umfassend zur Energiethematik informiert.“

Dirk Trappe von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (Lena) beschreibt das Konzept seines Unternehmens: „Unsere Aufgabe ist es, das Land in Sachen Energiewende, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu unterstützen.“ Zur Veranschaulichung für den „ganz normalen Bürger“ steht im Pavillon das Modell eines Hauses zur Anschauung des Energieflusses. Von der Dachisolierung bis zum Heizkessel im Keller können Verbraucher anhand von Lichteffekten nachvollziehen, wo überhaupt Energie verbraucht wird, und bekommen Informationen zu effizienten Energiesparmaßnahmen. „Es fängt schon im Keller an“, beschreibt Trappe. „Viele Verbraucher nutzen völlig veraltete Heizkessel, die einen immens hohen Energieverbrauch aufweisen. Unsere Agentur berät Bürger und Unternehmen gern zu möglichen Alternativen, zur Energiespeicherung und zu modernen, energiesparenden Technologien.“
Die Thematik erneuerbarer Energien ist auch für die Stadtwerke Burg ein wesentlicher Schwerpunkt. „Dank des Kreispavillons auf der Landesgartenschau können wir die Bürgerinnen und Bürger den gesamten Sommer über informieren“, bedankt sich Geschäftsführer Alfred Kruse beim Landrat und dessen Team. „Hier sind wir für die Bürger sichtbar und nicht nur eine irgendwo sitzende Energiefirma.“ Weiterhin erklärt der Energieexperte: „Auf der Ausstellungsfläche stellen wir unterschiedlichste Möglichkeiten der Nutzung erneuerbarer Energien vor. Das fängt beim Gartenhäuschen mit Solarzellen auf dem Dach an und reicht bis zur solarzellenbesetzten Balkonverkleidung.“
Die „smarte Welt der Energiegewinnung und des Energieverbrauchs“ wollen Stadtwerke und Lena mit Hilfe des Landkreises sichtbar machen. Besucher werden hierbei nicht mit Informationen überrollt – das Interesse wird ganz ungezwungen geweckt. So steht beispielsweise eine Sitzgruppe direkt neben dem Pavillon bereit, die zum Rasten einlädt – und zum Aufladen des eigenen Handys. Die stabile Tischplatte des kleinen Rastplatzes enthält ein Solarfeld, das einfallende Energie über einen USB-Anschluss direkt an die Gäste weitergibt. Über einen Bildschirm im Pavillon wird angezeigt, wie viel Energie erzeugt, gespeichert und abgegeben wird. „Wir wollen das Gefühl der Verbraucher für den Energieverbrauch sensibilisieren. Unsere Informationsangebote stoßen auf reges Interesse bei den Besuchern“, fasst eine Mitarbeiterin des Landkreises zusammen. Damit wird das Konzept des Pavillons des Landkreises auf der Landesgartenschau abgerundet – von den Naturschönheiten des Jerichower Landes, vorgestellt auf Rad- und Wanderwegen, bis hin zu ihrer Erhaltung durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe.