Eine Leserin antwortet auf einen in der vergangenen Ausgabe des „Der Genthiner“ erschienenen Leserbrief zur Thematik der Genthiner Innenstadt und zur Schließung der Bahnübergänge. Nachzulesen ist dieser Brief im Internet auf www.der-burgspiegel.de im E-Paper des „Der Genthiner“ auf Seite 5.

Sehr geehrte Damen und Herren, mit großer Zustimmung habe ich den Artikel von Frau Heidi Schulze gelesen.
Ja, es sind Lügen, aber der Bahnchef Herr Grube hat in seinem Treffen versprochen, die Poststraße wieder zu öffnen. Warum es nicht umgesetzt wird, das liegt bei der Stadt Genthin – die nicht die Kosten aufbringt, jährliche Wartungs- und Reinigungsarbeiten zu bezahlen. Daher ist die Deutsche Bahn (DB) AG nicht in der Verpflichtung die Öffnung der Poststraße umzusetzen. Wie hoch die oben genannten Kosten jährlich sind, wollte man mir und Frau Monika Lück niemals mitteilen. So sind in dieser Sache, schon Anfang der Schließung durch Bahnchef Hartmut Mehdorn von falschen Daten – diese Poststraße geschlossen worden. Da die Strecke Hannover-Magdeburg-Stendal (Altmark)-Berlin von einigen Minuten kürzer, als über Genthin. Somit sind die damaligen Stadtväter arglistig getäuscht worden, oder sie haben es gewusst und haben es stillschweigend hingenommen. Wobei ich keinem etwas unterstellen möchte, aber die Tatsachen sprechen für sich. Frau Schulze gibt in Ihrem Artikel Punkte an, die mich auch traurig stimmen. So würde ich auch die Straße von Einmündung Mühlenstraße bis zur Kreuzung Kleine Schulstraße/Bahnhofstraße für den Durchgangsverkehr sperren. Auf der anderen Seite würde ich den Verkehr (Durchgangsverkehr) so leiten – Große Schulstraße – wird Anliegerverkehr vom Anfang an.
Den Parkplatz vor der Stadt sowohl von Brandenburg an der Havel, vor der Stadt von Jerichow und von der Stadt Burg bei Magdeburg anzulegen. Mit dem E-Bus sind diese Parkplätze mit einem halbstündigen Takt zu bedienen. Für den Süden würde ich eine Haltestelle anbieten beim Übergang beziehungsweise bei der Unterführung. Kosten für die Stadt sollte unter einem Euro liegen, um auch das Angebot für die Mitbürger anzuregen und vielleicht auch den Fahrausweis in den Innenstadtgeschäften einlösen zu können? Ebenso, weshalb hat man heute nicht endlich den Mut gefunden, mit einem Förderverein die Umsetzung der oben genannten Reinigungen jährlich zu fördern, wie auch den Förderverein für das heutige noch bestehende Krankenhaus anzuregen? Es gibt viele Möglichkeiten, als Bürgerinnen und Bürger Hand anzulegen, statt Geld – vielleicht diese Reinigungen selbst durchzuführen?
Der ICE benötigt nur diesen Ort als Ausweichstrecke und daher sind die Gleise auch für diesen Zug ausgelegt. Bücher wären auch eine Anregung, um durch deren Verkauf für den Förderverein Gelder aufzubringen. Warum ist die Stadt Genthin so hoch verschuldet von 1989 bis heute? Weshalb fließen die Gelder nicht, die für die Stadt Genthin dringend notwendig wären, sei es durch das Land Sachsen-Anhalt oder gar vom Bund? Ebenso, wieso werden nicht endlich Dinge umgesetzt, die den Tourismus ankurbeln könnten – aber es fehlt da auch nur immer das liebe Geld?! Hier zu leben ist für viele junge Menschen und Ladenbesitzer keine Option mehr, wieso eigentlich? Den Gemeinden wird immer mehr von der Bundesregierung auferlegt – aber immer wieder hört man von der Städtevertretung (vor kurzem bundesweite Tagung), dass alles viel leichter werden soll, wo sieht man das in Genthin? Man lehnt vieles ab, man versucht erst gar nicht den Schritt zu wagen, um etwas umzusetzen. Aber wer nicht wagt, der gewinnt auch nichts. Wie beim Genthiner Bahnhof, den die DB AG ganz am Anfang für einen symbolischen Wert von einem Euro der Stadt angeboten hatte – der auch noch unter Denkmalschutz steht. Daraus wäre eine wunderbare Tourismus-Information geworden, wenn man das Angebot angenommen hätte. Damit hätten auch Arbeitsplätze geschaffen werden können, beispielweise durch eine Rechtsanwaltskanzlei oder etwaige Wohnungen für Genthin. Es wäre eine lohnende Investition gewesen. Heute kann man den bedeutungsvollen Bahnhof nicht mehr günstig zurückkaufen. Meines Erachtens will man die Stadt verlieren – man will sie zu einer Gemeinde herunterfahren, daher sind auch dann die Mitarbeiter nicht mehr notwendig. Meine Gedanken sind bei der Stadt Genthin – wie der sterbende Schwan aus Schwanensee.

Verena-Ramona Volk
Genthin

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