Genthin (eb). Hinter dem Tierschutzverein Genthin e.V. liegt wieder ein ereignisreiches Jahr. Herzerwärmende Geschichten, wie auch traurige Geschehnisse begleiteten die Mitglieder in 2018.

Gleich zu Beginn des Jahres ein großer Schock für alle Tierschützer: Auf einem Acker zwischen Neuenklitsche und Kleinwusterwitz wurde ein Fuchs von Spaziergängern gefunden, der in ein illegales Tellereisen geraten war. Das Fangeisen hatte dem Fuchs den Oberkiefer zertrümmert, er kämpfte um sein Leben. Die Polizei und der Tierschutzverein Genthin wurden alarmiert. Die Polizeibeamten ermitteln wegen Jagdwilderei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Was aus dem Fuchs wurde, ist ungewiss, denn am Tag nach dem Auffinden waren Fuchs und Falle verschwunden. Sogar der MDR berichtete über diesen Vorfall. Noch immer hält die Bestürzung hierüber an, der Tierschutzverein setzt weiterhin auf die Aufklärung über das Verbot von Tellereisenfallen seit 1995. Im Mai stand dann die Vorstandswahl an. Ute Müller, Franziska Conradi und Antje Müller übernahmen den Vorsitz, André Knopek wurde zum Schatzmeister und Doreen Pauluth wurde als Schriftführerin gewählt. Gemeinsam lenken sie seither die Geschicke des Vereins.
Eine ganz besondere Aufgabe stand im September für Vereinsmitglied Doreen Marx an. Sie nahm eine kleine Igeldame auf und taufte sie Johanna. Als neue „Ersatzmutti“ sorgte sie für das Wohl der Kleinen. So konnte Doreen Marx Tag für Tag miterlebten, wie sich Johanna weiterentwickelte und zu einer stattlichen Igelin wurde, die nun eigenständig überleben kann. Eine weitere Geschichte, die schließlich die Herzen aller Beteiligten berührte, kann Kater Arthur erzählen. Anwohner der Friedensstraße informierten den Tierschutzverein über den streunenden, kranken Kater. Er war nicht nur sehr scheu, sondern litt augenscheinlich auch unter starken Schmerzen. Das Einfangen gestaltete sich daher sehr schwer. Erst nach drei Wochen konnte Arthur gefangen und dem Tierarzt vorgestellt werden. Er wurde zunächst kastriert, tätowiert und gechipt. Eine langwierige Behandlung begann, denn der Kater hatte eine starke Entzündung im Maul, die ihm das Fressen fast unmöglich machte. Er verblieb zunächst in der Auffangstation des Tierschutzvereins und überraschte die Vereinsmitglieder fortan: Schon am nächsten Tag ließ er sich anfassen, genoss sogar Streicheleinheiten sowie die Ruhe und Wärme im geschützten Raum. Schnell wurde der Entschluss gefasst, den Kater nicht zurückzubringen, sondern ihm Zeit zum Heilen zu geben. Eine weitere Behandlung unter Narkose ermöglichte die Entfernung von vier kranken Zähnen, Arthur erging es so immer besser. Die Familien aus der Friedensstraße, deren Arthurs Leid aufgefallen war, besuchen ihn abwechselnd und bringen Leckerlies und Streicheleinheiten mit. Neben dem dankbaren Schmusebären Arthur warten derzeit auch die beiden Rabaukenbrüder Theo und Oskar auf ein neues Zuhause. Während der ruhige Arthur einen Menschen für sich ganz allein möchte, freuen sich die Brüder am liebsten auf ein gemeinsames, aufregendes Leben. Theo und Oskar sind erst ein halbes Jahr alt und wurden als Katzenkinder an einer Futterstelle aufgegriffen. Die Mitglieder des Tierschutzvereins möchten sich an dieser Stelle bei allen Unterstützern bedanken. Ohne die Hilfe der Spender, den Zusammenhalt im Verein sowie die Zusammenarbeit mit Tierfreunden, Tierärzten und weiteren Institutionen wäre die Arbeit gar nicht möglich. Egal ob Geldspenden oder Futter- und Sachspenden – alles wird stets gebraucht und ausschließlich zum Wohle der Tiere eingesetzt. Auch helfende Hände sind immer gern gesehen, denn die gesamte Tierschutzarbeit ist ein Ehrenamt. Der einzige Lohn, den es für die engagierten Helfer gibt, sind die dankbaren Augen der Tiere – ein Lohn, für den die ganze Arbeit immer wieder gern geleistet wird.