Genthin (lau). Zweieinhalb Jahr mussten die Genthinerinnen und Genthiner ohne ihre Henkelbrücke leben. Probleme während der Bauphase führten zu Verzögerungen. Nach Fertigstellung freuen sich nun jedoch alle über das hübsche Bauwerk und nehmen das Ganze mit Humor: „Immerhin sind wir eher fertig, als der Berliner Flughafen“, so Bauleiter Lars Waldner.

Zur Eröffnung der Brücke kamen zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner aus Genthin und der Umgebung, um sich ein Bild von der neuen Brücke zu machen. Die Meinungen zum neuen Übergang waren gespalten: „Jetzt haben wir die Brücke zweieinhalb Jahr nicht gebraucht, nun wäre sie auch nicht mehr nötig gewesen“, heißt es von der einen Seite. Andere wiederum sind sich einig: „Wir haben die Brücke sehr vermisst, es war umständlich immer außen herumzulaufen.“
Ob so oder so – Anfragen gab es bei der Stadt während der Bauzeit genügend. Genthins Bürgermeis-
ter Thomas Barz musste sich immer wieder der Kritik stellen, konnte selber jedoch nichts für die lange Verzögerung. Immerhin war das Wasserstraßenneubauamt als Bauträger der neuen Kanalbrücke zuständig. Dieses hatte mit Lieferengpässen zu tun, der Rostschutz fehlte und ein Subunternehmer musste während der Bauphase sein Unternehmen schließen. So kam es dazu, dass sich die Bauzeit um ein ganzes Jahr verlängerte. Ein ganz besonders interessierter Genthiner richtete in dieser Zeit ganze 127 Nachfragen zum Baufortschritt an die Stadt.
Jetzt nach Fertigstellung werden Nachfragen und Kritik sicher weniger, zurücklehnen kann sich die Stadt jedoch nicht. Die Brücke wurde vom Wasserstraßenneubauamt an Genthin übergeben. Die Kanalstadt ist nun zuständig für deren Pflege und Unterhaltung. Hinsichtlich der Vorteile, die das Bauwerk für die Stadt bringt, dürfte dies jedoch kein Problem sein. „Wir haben mit der Brücke eine neue Ausflugsplattform gewonnen, auf der auch mal nach links und rechts geschaut werden kann“, so Barz. Zudem könne nun der Chemiepark wieder besser erreicht werden. „Im Jahr 2018 sollen hier hundert neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Da wird die Brücke einfach gebraucht“, erklärt der Bürgermeis-
ter. Gemeinsam mit zahlreichen Genthinerinnen und Genthinern, den Vertretern des Wasserstraßenneubauamtes sowie Vertretern des Genthiner Stadtrates feierte er schließlich die Eröffnung der Henkelbrücke. Alle waren zu einem kleinen Imbiss eingeladen und kamen dabei ins Gespräch. „Die Freude ist jetzt natürlich groß“, erzählt Stadtrat Alexander Otto. „Gerade hier an unserem kleinen Hafen ist die Brücke mit ihrer modernen Architektur eine Augenweide.“
In den kommenden Tagen wird nun noch eine Rinne installiert, damit auch Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Brücke sicher überqueren können. Nur ein kleines Manko bleibt: Die neue Brücke ist leider nicht barrierefrei.