Magdeburg (eb). Der Winter hat den Süden Deutschlands seit einigen Wochen fest im Griff. Jetzt erreicht die Kälte auch die nördlichen Regionen des Landes.

In dieser Jahreszeit erwischt es die meisten Menschen mit einer Erkältung. Es wird gehüstelt und geschnupft und vielerorts wird versucht den „Erkälteten“ mit vermeintlich guten Ratschlägen zu helfen. Aber stimmt das alles, was einem da zu Ohren kommt? Heiderose Potstada vom Serviceteam der Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Magdeburg räumt mit fünf Erkältungsirrtümern auf.

Erkältungen durch Kälte: Eine Erkältung bekommen Betroffene ausschließlich durch Viren, die sich über Tröpfcheninfektion übertragen, also durch Berühren infizierter Türklinken, Rolltreppengeländer oder durch hustende und schniefende Menschen wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Fahrstuhl. Allerdings: Das Immunsystem kann durch Unterkühlung geschwächt werden, so dass der Körper für Husten, Fieber und Schnupfen anfälliger ist.

Küssen wegen Ansteckungsgefahr verboten: Erstaunlich! Viren, die dagegen von Mund zu Mund übertragen werden, sollen kaum eine Überlebenschance haben. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Viren über den Mund direkt in den Magen-Darm-Trakt transportiert und dort unschädlich gemacht werden. Das durch Küssen ausgeschüttete Hormon Dopamin soll sogar die Gesundheit fördern.

Viel Vitamin C beugt einer Erkältung vor: Der Klassiker schlechthin. Vitamin C stärkt zwar das Immunsystem, aber die zusätzliche Aufnahme soll so gut wie nichts bringen. Durch die tägliche Nahrungsaufnahme ist der menschliche Körper bereits ausreichend mit Vitamin C versorgt – alles was darüber hinaus eingenommen wird, wird einfach wieder ausgeschieden.

Kräftiger Grog oder Glühwein „mit Schuss“ treiben die Erkältung aus: Bloß nicht! Alkoholische Heißgetränke scheinen nur am Anfang wohltuend zu wirken. Alkohol erweitert jedoch die Blutgefäße und bringt den Wärmehaushalt zum Erliegen. Viel Mineralwasser und heiße Tees dagegen lindern Husten und Halsschmerzen und versorgen den angeschlagenen Körper mit ausreichend Flüssigkeit.

Mütze auf und nicht mit nassen Haaren in die Kälte: Die meiste Wärme verlieren wir an Körperteilen, die weiter vom Körperrumpf entfernt sind, also an Füßen und Händen. Lediglich ein Zehntel der Körperwärme gehen über den Kopf verloren. Da er aber die am wenigsten mit Kleidung bedeckte Stelle ist und zudem mit vielen Nervenenden versehen ist, ist die Kälte dort besonders intensiv zu spüren. Beim Sport im Winter heißt es darum immer: wärmende Sport- und Handschuhe anziehen. Und es schadet natürlich nicht, eine Mütze aufzusetzen.