Möser (mey). Sport und Naturwissenschaften stehen weit oben im Lehrplan der Sekundarschule Möser.

Gradliniges Pauken aus staubigen Lehrbüchern war gestern. Praxisnah wird den Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule Möser Wissen vermittelt. Am Samstag, 10. März 2018, stellten Lehrer- und Schülerschaft ihre Schule mit einem Tag der offenen Tür vor. Mit einem einstudierten Stück des Gitarrenkurses wurden die Gäste um 10 Uhr besucht. Danach richtete sich Schulleiterin Simone Kießling an die Versammelten. Sie lud vor allem die vielleicht zukünftigen Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern dazu ein, mit den Lehrkräften ins Gespräch zu kommen und sich mit dem Angeboten Sachsen-Anhalts sportlichster Sekundarschule vertraut zu machen. Die Bewegungsförderung steht ganz vorn im Lehrplan – auch außerhalb des Sportunterrichts werden Projekte und Arbeitsgemeinschaften angeboten, in denen Körperkoordination und ein gesundes Körpergefühl geschult werden. Zur Förderung der Fitness gehört natürlich auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung. So zeigten einige Schülerinnen und Schüler ihr Händchen für Hauswirtschaft und versorgten die Gäste mit leckeren Snacks und natürlich alkoholfreien, fruchtigen Cocktails.

Das MINT-Projekt
Wenige Meter weiter, direkt vor dem PC-Kabinett, wurden Besucherinnen und Besucher direkt von ganz besonderen „Lehrkräften“ begrüßt. Automatisch fahrende und selbstständig lenkende Roboter huschten über den Fußboden und luden dazu ein, einen Blick in die Informatikwelten der Sekundarschule zu werfen. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – dafür steht das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Projekt MINT, an dem sich auch die Möseraner Schule beteiligt und in dessen Rahmen die Schülerinnen und Schüler Zeit und Raum bekommen, sich abseits der Lehrbücher kreativ mit praktischen Themen auseinanderzusetzen. „Miteinander arbeiten und füreinander da sein“ lautet die Grundlinie des Programms. Neben technologischem Verständnis und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen sollen also auch soziologische Kompetenzen gesondert vermittelt werden – gemeinsam vorankommen und Empathie ausbauen.

Spaß am Sport
Mitmachen statt nur zugucken lautete die Devise am Tag der offenen Tür; die pädagogischen Mitarbeiterinnen Steffi Nichtewitz und Marion Bußmann hatten beschlossen, ihre Schule in Form eines Workshops zu vertreten. Hierbei boten sie Schülerinnen und Schülern, vor allem aber auch den Eltern und anderen interessierten Gästen an, binnen einer halben Stunde mit viel Spaß und guter Laune die Grundschritte des Linedance zu erlernen.
„Linedance steht eigentlich nicht auf dem Plan unserer Tanzkurse“, erklärte Steffi Nichtewitz. „Die Jugendlichen stehen doch mehr auf moderne Tänze, eben auf Pop.“ In verschiedenen Kursen können sich die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Möser auslassen. Gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen werden unterschiedliche Tänze für verschiedene Anlässe vorbereitet. „Am letzten Schultag führen unsere Kurse traditionell auch den einen oder anderen ‘Fun-’ Tanz auf. Den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassenstufe bieten wir aber auch an, Lateinamerikanische und Standardtänze zu erlenen, die sie dann zu ihrem Abschluss vorstellen.

Bildung – zentrales Thema in der Politik
Dr. Steffen Burchhardt ließ es sich nicht nehmen, zum Tag der offenen Tür selbst einen Blick in die Möseraner Sekundarschule zu werfen. „Natürlich will auch ich als Vater mir einen Eindruck von den Schulen verschaffen, an die meine eigenen Kinder bald gehen könnten“, erklärte der noch recht junge Landrat, „aber ich bin auch ganz offiziell von den Schülerinnen und Schülern der Sekundarschule eingeladen worden und da konnte ich natürlich nicht ablehnen.“ Dem Bildungssektor ordnet Burchhardt eine hohe Priorität in der Kommunalpolitik zu. „Ich will die Gelegenheit nutzen, mit der Schulleitung und der Lehrerschaft ins Gespräch zu kommen. Eine Schule lebt schließlich von ihren Lehrern. Sie sind es, die darüber entscheiden, wie gut eine Schule ist. Die Ausrüstung steht erst an zweiter Stelle.“
Erst vor einigen Wochen hatte der Landrat das Burger Roland-Gymnasium besucht. „So ein Tag der offenen Tür sollte nicht nur von Eltern genutzt werden. Am wichtigsten ist, dass die Grundschülerinnen und -schüler erkennen, worauf sie sich mit der neuen Schule einlassen. Sie sollten sich mit der neuen Schule und allem, was dazu gehört, vertraut machen. Immerhin sind sie es letztenendes, die eine Entscheidung treffen. Darum liegt es in der Verantwortung der Eltern, ihnen die Möglichkeit einzuräumen, sich beispielsweise an solchen Aktionstagen bestens zu informieren.