Biederitz (mey). Es wurde lange verhandelt, aber zu guter Letzt brachte die Einheitsgemeinde Biederitz doch alle Parteien unter einen Hut und die neue Gewerbestraße zum so wichtigen Wirtschaftsstandbein der Region soll schon in diesem und im nächsten Jahr gebaut werden.

„Es war nicht einfach, die betreffenden Grundstückseigentümer und Landwirte an einen Tisch zu bekommen“, sagte der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz, Kay Gericke, zum geplanten Bauvorhaben. Aber nach harten Verhandlungen soll die Gewerbestraße nördlich des Heyrothsberger und Königsborner Gewerbegebietes nun in Angriff genommen werden.
Bereits vor Jahren wurde die Problematik angesprochen. Die ansässigen Firmen waren nur über einen Umweg mit der Bundesstraße B1 verbunden. Der Weg führte durch Königsborn und über die dortigen Bahngleise. Der mit Regelmäßigkeit fahrende Personenverkehr war noch das kleinste Übel. Im Gegensatz zu ihm lässt sich der Güterverkehr auf den Schienen aber nicht in einem Plan festhalten. Mitunter entstanden lange Wartezeiten für Lastwagen, die ihr Ziel so kurz vor Augen oder ihren Weg gerade erst aufgenommen hatten – damit einhergehend: dicke Staus. Zähflüssig ziehen sich die Kolonnen aus Berufspendlern und Lastwagen vor allem zu den Stoßzeiten durch Königsborn. „Das geht so nicht“, sagt Gericke zur derzeitigen Situation.
Es wurde kalkuliert, verhandelt und geplant. Am 27. Dezember 2017 ging der Zuwendungsbescheid im Verwaltungsamt ein. 929.762,54 Euro, etwa 48 Prozent der anerkannten förderfähigen Gesamtausgaben, werden als öffentliche Finanzierungshilfe der wirtschaftsnahen Infrastruktur im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wirtschaftsnahe Infrastruktur/Verkehrsanbindungen der Unternehmung zugesteuert. Insgesamt wird der Bau der Straße etwa Zwei Millionen Euro kosten. Einen Großteil der Restkosten werden die ansässigen Firmen selbst übernehmen.
„Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Gewerbegebiet für unsere Gemeinde wirklich wichtig!“, so Gericke. Die Firmen tragen nicht nur bedeutend zum Haushalt durch das Abführen der Gewerbesteuer bei, zudem sichern sie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern aus der Einheitsgemeinde aber auch aus dem Umland einen festen Arbeitsplatz.
Die Gewerbestraße ist ein erster Schritt zu weiteren Vorhaben. Im Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis 30. September 2019 soll sie gebaut werden. Ist sie erst fertig, wäre es kein allzu großes Unterfangen mehr, Woltersdorf mit ihr zu verbinden, um auch dieser Ortschaft, die nur über schlechte, teils sehr schmale Straßen über Gerwisch oder Königsborn zu erreichen ist, einen direkten Anschluss zur B1 zu bieten. „Aber soweit ist es noch nicht. Als erstes muss die Gewerbestraße fertig werden“, schloss der Bürgermeister.