Jerichower Land (eb/mey). Nur wenige Millimeter klein sind Zecken, die blutsaugenden Parasiten, wenn sie noch nicht mit Blut gefüllt sind. Ist ihr Stich normalerweise ungefährlich, kann er zur tödlichen Gefahr für Menschen werden, wenn die Zecke mit Krankheitserregern infiziert ist.

In Wäldern, im Garten, auf Spielplätzen und Wiesen warten Zecken auf ihr nächstes Opfer. Tut der Stich auch nicht weh, kann die Zecke über ihren Speichel gefährliche Erreger übertragen: Borreliose-Bakterien rufen beispielsweise vielfältige Symptome im ganzen Körper hervor. Gegen Borreliose selber gibt es noch keine Impfung, jedoch ist sie – früh genug erkannt – meist gut behandelbar. Wichtig ist es, die Zecke schnell zu entfernen, denn diese Infektion erfolgt erst verzögert. Dagegen werden FSME-Viren sofort übertragen. Sie sind Auslöser der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn und Rückenmark. Aber vor dieser lebensbedrohlichen Erkrankung schützt eine FSME-Impfung. Für eine vollständige Grundimmunisierung muss diese Impfung dreimal verabreicht werden.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist in seinem Ende April erschienenen Epidemiologischen Bulletin darauf hin, dass die Impfquoten in den Risikogebieten weiterhin stagnierend oder gar rückläufig seien und daher nach wie vor unzureichend hoch, um eine starke Zunahme der FSME-Fallzahlen zu verhindern. Im Jahr 2016 wurden dem RKI insgesamt 348 FSME-Erkrankungen übermittelt. Dies entspricht einer Zunahme von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bayern und Baden-Württemberg bleiben Spitzenreiter mit den meisten FSME-Fällen, doch auch alle anderen Bundesländer sind – wenn auch deutlich weniger – betroffen. Einzig in Bremen und Hamburg wurden bisher keine FSME-Erkrankungen erworben. Es sollte insbesondere in Kreisen mit besonders hoher FSME-Krankheitslast verstärkt über den Nutzen einer FSME-Impfung aufgeklärt werden, um höhere Impfquoten zu erreichen. Dadurch könnte ein Großteil der Erkrankungen verhindert werden. „Wir unterstützen die Empfehlung des RKI mit unseren Patientenfirmen über FSME-Impfungen und tragen so zur notwendigen Aufklärung der Bevölkerung bei. Denn ein kleiner Pieks kann lebenserhaltend sein“, betont Markus Spamer, Gründer und Geschäftsführer von TV-Wartezimmer. Europas größtes Gesundheits-TV-Netzwerk bietet seinen Kundinnen und Kunden über 700 Filme zu Präventions- und Therapiethemen an, darunter auch den Film „Impfung FSME“.