Burg (mey). Ein unter dem Weihnachtsbaum liegender Welpe, ein zum Geburtstag geschenktes Kätzchen – Tiere, die als schlecht überlegtes Präsent herhalten, landen nicht selten im Tierheim. Doch auch Tierschutzvereine leben nicht vom guten Willen allein.

Jeden Dienstag heißt es für die Schülersprecher der Europaschule „Carl von Clausewitz“ extra früh aufstehen. Ihre Lehrerin, Birgit Timme, ruft zum Schülerrat – noch vor der ersten Stunde. Ein Schülervertreter aus jeder Klasse nimmt daran teil, trägt die Belange seiner Mitschülerinnen und Mitschüler vor, fungiert als Sprachrohr und trägt die Ergebnisse anschließend in seine Klasse zurück. Probleme oder Unstimmigkeiten zwischen Schülern sind oftmals aber nur ein Randthema bei diesen regelmäßigen Treffen. Meistens geht es darum, das Schulleben mit zu gestalten oder über Projekte und Investitionen abzustimmen. Eine Frage, die immer gern diskutiert wird, ist, wofür das beim Schulfest eingenommene Geld gespendet werden soll. Alle zwei Jahre findet in der Europaschule ein großes Schulfest statt, das alle Schüler und Lehrer gemeinsam gestalten. Die Einnahmen, die durch die große Tombola gesammelt werden, finden nach dem Schulfest den Weg in Projekte oder Einrichtungen, die die Schülerinnen und Schüler unterstützen wollen. Im Vorfeld des vergangenen Schulfestes wurden unterschiedlichste Ideen gesammelt, vom Burger Kino über Kindertagesstätten und Sportvereinen bis zum Hospiz wurden vielerlei Vorschläge durch die Schüler eingebracht. Nach der Abstimmung stand fest, in diesem Jahr soll das Tierheim des TSV Burg und Umgebung in Schartau unterstützt werden.
In der vergangenen Woche überreichten einige Schülersprecher der Europaschule gemeinsam mit Birgit Timme und Schulleiter Frank Höpfner den Scheck über die gesammelten 272,22 Euro an Astrid Finger. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins erklärte freudig, das Geld würde sowohl zum „Löcherstopfen“ genutzt, als auch in Sitzmöglichkeiten für Gäste des Tierheims investiert werden. Denn, so berichtet sie weiter, Schulklassen oder andere Gruppen von Kinder- und Jugendeinrichtungen besuchen häufig das Tierheim, um sich mit der Thematik heimatloser Tiere auseinander zu setzen. Auf finanzielle Unterstützung sei der Tierschutzverein zwar angewiesen, jedoch finden oft Tiere ihren Weg ins Heim, die zuvor unüberlegt angeschafft wurden. Darum legt sie den Schülern ans Herz, über die Adoption eines Haustieres im Vorhinein sehr gut nachzudenken. Im Rahmen von Projekttagen werden zukünftig vielleicht auch Schülergruppen der Europaschule das Tierheim besuchen. Dann werden sich die Schülerinnen und Schüler auch ein Bild davon machen können, was mit ihrer Spende bewegt werden konnte.