Burg (mey). Ein Kuchenbasar war der erste Schritt für Burger Schülerinnen und Schüler, ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.

Das Thema der Diskriminierung ist auf den Lehrplänen unterschiedlicher Unterrichtsfächer vorgeschrieben. Die Schülerinnen und Schüler des Sozialkundekurses der zehnten Klassen des Roland-Gymnasiums in Burg setzten sich damit in den vergangenen Wochen auseinander. Schnell war das Interesse der Jugendlichen geweckt – die Problematik der Diskriminierung dürfe nicht nur in der Theorie behandelt, sondern müsse praktisch angegangen werden, da waren sich alle einig. „Wir wollen das Bewusstsein unserer Mitschülerinnen und Mitschüler für die Thematik wecken, beziehungsweise stärken“, erklärt Schülerin Marie Helmecke.
Sozialkundelehrer Ralf Sieber fügte hinzu: „Diskriminierung ist ein gesellschaftliches Phänomen. Sie ist kein an unserer Schule sehr präsentes Problem! Aber es wäre naiv zu sagen, sie würde nicht auch hier existieren. Vielen Menschen, ob nun Lehrern, Schülern, Eltern oder anderen, ist gar nicht bewusst, dass sie überhaupt diskriminieren. Es passiert oftmals versehentlich und wird vom Diskriminierenden selbst nicht immer so wahrgenommen.“ „Und darauf wollen wir aufmerksam machen!“, pflichtet ihm Marie bei. Als ersten Schritt veranstalteten die Schülerinnen und Schüler einen Kuchenbasar auf ihrem Schulhof. „Diskriminierung wurde somit auch ins Bewusstsein unserer Familien gerufen, als wir den Kuchen selbst oder mit Familienangehörigen backten“, so Marie weiter. Auf Plakaten und ganz direkt wurden Schüler- und Lehrerschaft auf die Thematik angesprochen, zudem stand eine Box bereit, in der anonym verfasste Zettel gesammelt wurden, auf denen freiwillig Diskriminierungserfahrungen niedergeschrieben werden konnten. Die Botschaft der Kurznachrichten war eindeutig: „Diskriminierung ist scheiße.“
„Tja, was will man da schönreden?“, kommentierten die Jugendlichen hinter dem Kuchenbasar. Deutlich wurde durch die Zettel auch, wie schnell Diskriminierung geäußert werden kann – schon eine dahingesagte Bemerkung zur Haarfarbe kann einen oder mehrere Mitmenschen verletzen. „Diskriminierung bietet keinen Raum für ein Aber!“, schrieb eine Schülerin. Eine Botschaft, die jeder verinnerlichen sollte. Mit den Einnahmen aus dem Kuchenbasar wird der Sozialkundekurs von Ralf Sieber Buttons finanzieren, die die engagierten Jugendlichen tragen werden, damit das Thema nicht in Vergessenheit gerät – damit es im Bewusstsein bleibt. Außerdem wird ein Briefkasten aufgehängt und ein Schülergremium als Sprachrohr für die Schüler- und auch Lehrerschaft gebildet. „Sollte sich jemand, egal wer, in irgendeiner Weise diskriminiert fühlen, hat er einen Anlaufpunkt und wir werden vermitteln, um das Problem zu lösen“, lautet die Idee dahinter.