Burg (eb). Die Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“ und der Burger Freundeskreis „Carl von Clausewitz“ laden gemeinsam am Dienstag, 27. Februar, um 18 Uhr, zur Lesung aus der Novelle „ Die Waidfrau“ von Ernst von Wildenbruch, mit Studienrat Klaus Möbius, in den Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek ein.

Ernst von Wildenbruch, geboren 1845 in Syrien, gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekanntgewordener Dichter, Dramatiker und Erzähler, ein Enkel Prinz Louis Ferdinands von Preußen, schuf mit der Novelle „Die Waidfrau“ ein literarisches Denkmal für die Stadt Burg. Die Novelle, geschrieben im Zeitraum 1893 bis 1897, gibt auch ein Selbstporträt des Dichters wieder. Seine Dichtungen und Erzählungen beziehen sich auf die preußische Geschichte.
Ernst von Wildenbruch lebte von 1865 bis 1867 in Burg und holte hier sein Abitur nach. Warum ausgerechnet aber in der Provinzstadt Burg? Am hiesigen Gymnasium in der Oberstraße 9, war sein ehemaliger Hauslehrer Dr. Frick, der Direktor. In der Oberstraße 9 befand sich ab dem Jahre 1844 die Realschule und wurde 1864 in ein Gymnasium umgewandelt. Das Viktoria-Gymnasium in der Brüderstraße wurde erst 1874 erbaut. Aus dieser Zeit resultiert seine Novelle „Die Waidfrau“ und stellt in ihr eine damals bekannte Burger Frau in den Mittelpunkt.
Sein Domizil in Burg war das Haus von Frau Jacobi in der gleichnamigen Straße Jacobistraße Nummer 9. Am 1. November 1909 wurde an diesem Gebäude eine Gedenktafel mit dem Schriftzug „Hier wohnte Ernst von Wildenbruch in den Jahren 1865-1867“ enthüllt. Außer der Novelle „Die Waidfrau“ hat Ernst von Wildenbruch auch das Fest-Gedicht zur Jubelfeier des Gymnasiums Burg 1. Juli 1884 verfasst.
Mit der Lesung wollen die Mitglieder des Freundeskreises und die Stadtbibliothek Leserinnen und Lesern einen Anhaltspunkt geben, ob sich das Lesen dieser Erzählung lohnt oder nicht. Dabei werden die Meinungen unterschiedlich ausfallen, aber es ist interessant, sich ein eigenes Bild von dieser Erzählung zu machen. Die Lesung „Die Waidfrau“ ist der erste Schritt in der Kooperation zwischen der Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“, der Burger Clausewitz-Erinnerungsstätte und dem Freundeskreis „Carl von Clausewitz“. Interessierte sind recht herzlich eingeladen.